|
[ZURÜCK]
Waffensachkundekursus vom 24ten zum 25ten Februar 2007
Wie so oft gerät man ins laut Denken vor den Gildekameraden untereinander von Wünschen und Vorstellungen zu sinnieren. Es wäre gut die Sachkunde zu erlangen, falls die Schießaufsicht erkrankt, um auszuhelfen. Will man selbst als Gastschütze zum Schießstand ohne Vereinsangehörigkeit, ist das auch nicht schlecht, weil es die Zeit noch nicht hergibt, sich voll und ganz auf das Hobby zu konzentrieren.
Schließlich ist so manche alte Gilde gar kein Verein und mancher
Feuerwehrmann ist auch Gildebruder. Ihr wißt schon worauf ich hinaus
will.
Zum Ausklang des Nachmittags ein bißchen schießen üben, wäre nicht schlecht,
weil man ein noch ein wenig gefordert wird, gegenwärtig zu sein. Der Mündungsknall
holt einen in die Realität zurück.
Außerdem wollte ich es sowieso schon lange machen. Ich erfuhr von meinem lieben Freund, Rolf Hasselmann, daß im Hotel Kastania in Petersdorf auf Fehmarn so etwas abgehalten wird und 60,-- Euro je teilnehmenden Gildebrüder kostet.
Hallo Detlev,
hier noch mal die Anschrift für die Sachkundeprüfung:
Thomas Möller, Hotel Kastania, 23769 Fehmarn, Ot..Petersdorf, Schlagsdorfer Str. 10, Tel. 04372-99290.
Der Lehrgang soll an einem Samstag und Sonntag stattfinden.
.
. weiterer Text: (– Geheime Kommandosache -)
.
Gruß Rolf
|
Keine Nacht mußte ich darüber schlafen, erst mal günstig, woanders kostet der viel, viel mehr und dann weiß man nicht, ob der
Wissensvermittler auch was drauf hat. – Man sprach bereits sehr positiv über ihn, das heißt sein erster Kurs war mit Erfolg gekrönt.
Nur von Leuten, die erfahrungsgemäß schlauer sind als man selbst, kann man etwas lernen. Und um so dummer man sich anstellt, um so mehr ist man gefordert, seine Scharten auszuwetzen. Dazu gibt es eine Analogie, die von meinem Großvater stammt: „Lieber mit einem Intelligenten sein Geld verlieren, als mit einem Dummen sein Geld verdienen!“
Thomas Möllers Nervosität als werdender Vater konnte mir bis dato nicht bekannt sein, aber der Ton mach auch die Musik. Trotzdem wollte ich ja etwas von ihm und erhielt die Mitteilung, daß es wohl klappen würde. Einem angehenden Erziehungsberechtigten sei das etwas neben der Kappe zu stehen, voll zugestanden. – Die Fehmaraner sind ein ganz eigenes liebenswertes Völkchen, zwar reserviert mit harter schale, schaut man genauer hin, sind sie genau so wie bei dir zu Hause. – Also keine Scheu haben, anrufen!
Bald wurde ich vom Kursleiter, Lauritz Hartwigsen, angerufen, der sich ohne Hast und Eile mit mir unterhielt, um mir darauf die Nachricht für den Kurs angenommen zu sein, übermittelte. Schließlich läßt sich so mancher Lehrgangsteilnehmer schon im Vorgespräch taxieren. -
Klapskallies, die Aufsicht im Schießstand in Aussicht zu stellen, hieße die Gefahr für ihn und andere heraufzubeschwören.
Am 24.02.2007 um 8.00 Uhr sollte es losgehen. Für mich von Kiel aus eine kleine Tortur, um 5.00 Uhr aufstehen, und wach werden. Erst mal den ersten Milchkaffee stürzen und die
Wirkung abwarten, dann rasieren, in die Porzellanabteilung sich frisch machen, abtrocknen und anziehen. Und dann ganz in Ruhe frühstücken. Koffer waren bereits am Vortag gepackt.
Eine Übernachtung vorsaisonal hatte ich bereits gebucht, nur 42 Euro. Um 5.30 Uhr ging ich zur Garage um den Wagen raus zu fahren, den ich mit Koffer und Kamera füllte, lief mein Nachbar Peter Karge über den Weg, der mich darauf hinwies, daß es Eisregen gäbe.
Die bloßen Bäume, Straßenschilder und Zäune waren mit Eis und tropfenden Zapfen überzogen, die Straßen waren nur naß, aber nicht gefroren und auch kein Rauhreif, was als sehr viel sicheres Indiz gegolten haben könnte, zu Hause zu bleiben, weil wir einen knackigen Frosteinbruch bekommen hätten, das war aber nicht der Fall. Es war also nur eine morgendliche Wetteranomalie im Dämmerlicht, der man bereits mit dem Salzstreuer begegnet war, wo also keinerlei Panik gerechtfertigt war. Wenn man verheiratet ist, hat man in dieser Situation ein emotional übersteuertes Wesen an seiner Seite, daß ich damit beruhigte zurückzukommen, falls ich nicht weiterkäme. Wohl oder übel ließ mich meine liebe Sabine davonbrausen.
Ich wohne am Ostufer der Kieler Förde in Neumühlen-D’dorf von wo aus ich mich über Schönkirchen, Schönhorst und Dobersdorf zur B202 Richtung Lütjenburg, Selent usw. weiterkämpfte. Die Straßen waren innerhalb der Orte gestreut, außerhalb fuhr ich teilweise unter 40 km/h. Mir war es wichtig sicher anzukommen. Um 7.30 schlug ich dann in Petersdorf ein, bekam meinen Zimmerschlüssel und trank dort in Tresennähe meine erste Kola. So nach und nach trudelten die anderen ein. Mein lieber Rolf würde auch die Schulbank drücken, so brauchte ich nicht unsicher zu sein, mein Glück allein, zu versuchen.
|

|

|
Wir warteten geduldig auf den, der uns etwas über das Sachgebiet der gesetzlichen Vorschriften und der damit zusammenhängenden Waffenkunde erzählen könnte. Es wurde zeitig begonnen, der Overheadprojektor rausgekramt, Kisten mit Munition und Kurz- und Langwaffen, also Lehrmaterial in den verglasten Anbau hereingebracht, wo wir uns einige Zeit zu mühen hatten. Ich staune nicht schlecht über die Exponate. Mir fiel dazu nur der hessische Mundartsatz über den Computerraum ein: „Gugge un Staune derf jeder, aver net Knebscher drigge un rumfummele
!“
Das metallische Zeug war nicht das vordergründige Thema des ersten Tages, sondern die Definitionen des Waffengesetzes und eines gewissen Fachterminus, den man einfach drauf haben muß, wenn es zur Prüfung geht. Um 18.00 Uhr waren wir wohl fertig, ich mit „Jack un Büks“. Mir kam es, so vor als sei es 20.00 Uhr. Was einen nicht umwirft, macht einen stärker. War ich doch fast zwei Stunden früher aufgestanden, als die ganzen anderen, die auch bestehen wollen.
So erfuhr ich, warum die Flinte ihre Bezeichnung trägt, die daraus hervorgeht, daß mit Rundkugeln aus Vorderladerglattläufen mit Steinschloß, Flintsteine zur Funkenzündung verwand wurden. Nun fehlt mir nur noch die Erklärung, weshalb die Büchse stets Gewehre mit Drall meint. Eine Rundkugel braucht keinen gezogenen lauf, weil sich eine Rundkugel selbst im Flug stabilisiert.
Und warum die Kaliberbezeichnung einen völlig kirre macht, welche sich von dem Kanonenmaß in Pfund Kugelbleigewicht ableitet. Alle Maße unterhalb einer Einpfünder Kanone wurden in Brüche transformiert, Halbpfünder, Viertelpfünder, usw., weshalb die anglo-amerikanischen Angaben doch sehr von den metrischen Angaben unserer europäischen Patronen abweichen, bzw. unsere logischen Sinne verwirren. Warum heißt die Luger 9mm Patrone Parabellum.
Weil das lateinische Motto der Firma Luger „Si vis pacem, para bellum“, lautet, übersetzt „Wenn du Frieden willst, rüste für den Krieg!“ bedeutet. Die Amis mögen die Bezeichnung Parabellum nicht so gerne, sie bezeichnen diese als 9 mm Luger. Und so hat jede Munition seine historischen Bezüge, in die man sich erst einfuchsen muß, um alles wirklich alles zu verstehen. Solche Dinge gehören einfach zum Allgemeinwissen eines Pulverschützen.
Mit einem Luftgewehr zu schießen bedarf es nicht viel, hilft es doch zu üben, mindestens ein anvisiertes Ziel zu treffen. So ist es nur der Beginn, aber nicht allein der Weißheit letzter Sch(l)uß. Wer mit einer Luftpistole gewollt treffen kann, tut gleiches mit einer zu patronierenden Kurzwaffe, so oder ähnlich äußerte sich der Kursleiter.
Am Sonntag um 8.00 Uhr begann man zunächst mit der Wiederholung des theoretischen Stoffes. Dann aber wurde es haarig.
Wie befüllt man ein Magazin richtig? Linke Hand das Magazin, die Plattseite jenes Gefäßes weist nach links, wo der Patronenboden anliegen soll, Patrone mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand fassen und mit dem Daumen der linken Hand in das Magazin einführen. Hier ist Geschick und nicht rohe Gewalt angesagt, Zickzackmagazine bedürfen geringerer Geschicklichkeit, weil die Patronen einfach nur heruntergepreßt werden und von der jeweiligen Magazinlippe so fixiert und sortiert werden, daß man sich keine großen Gedanken machen muß.
Wenn das Magazin eine Beschädigung aufweist wird ein Mehrlader zum „gefingerten Einzellader!“ Das schlechte Beispiel war ein österreichischer, plastikgefaßter Karabiner in waidgrüner Farbe mit Kunststoffmagazin. Wie kann man nur so einen Mist produzieren. Man weiß doch, daß alle Plaste irgendwann den Weichmacher verlieren und spröde werden. Scheins ist das dort in der Alpenrepublik nicht angekommen. Was ich dazu konstatiere: „ Du Depp du, Depp du, depperter Depp du!“, des bayerischen Liedermachers, Konstatin Wecker.
Man erkennt sehr schnell, daß man nicht mit Spielzeug hantiert, sondern mit einem Werkzeug, das richtig gehandhabt werden muß, um nicht selbst zum Opfer der eignen Schusseligkeit zu werden. Es
gibt differenzierbare Unterschiede zwischen den Handfeuerwaffen,
die man erst im Gebrauch mit Blindmunition erlernt und sich verinnerlichen muß. Nicht umsonst müssen diese Vorgänge in Fleisch und Blut übergehen, nicht nur wegen der anstehenden Prüfung, sondern auch für das spätere Leben mit Feuerwaffe.
|
|
Ab 15.00 Uhr wurde in den Räumlichkeiten des Schießstands in Oldenburg i.H. beim dortigen Oldenburger Schützenverein die theoretische Prüfung und Waffenhandhabung abgenommen, sowie das Schießen mit einer großkalibrigen Feuerwaffe von jedem Kursteilnehmer durchgeführt.
Mit dem Erhalt der Sachkundebescheinigung kann eine Waffenbesitzkarte (WBK) für Sportschützen beantragt werden. Erst nach Befürwortung der unteren Jagdbehörde und der damit verbundenen Ausgabe der WBK kann eine Waffe pekuniär erworben werden.
Das Vermögen zu höherer Einsicht verdanke ich dem Kursleiter Lauritz Hatwigsen. Und weil er es so prima gemacht hat, muß ich allen mitteilen, wie Ihr ihn erreicht:
|
Lauritz Hartwigsen Büchsenmacher
|
Handel
mit Waffen und Munition Waffenreparatur Wiederladekurse Waffensachkunde
Mobil:
0171 - 80 30 5 30
|
|
Dorfstraße
29 24885
Bollingstedt Tel.: 04625 - 82 25 41 Fax.:
04625 - 82 25 43
lauritzhartwigsen@t-online.de
|
|
Des weiteren
danke ich Thomas Möller für seine liebensgewürtzige Unterbringung!
Möge er einen gesunden und quitschfidelen Quarkbüdel bekommen.
Und ich
beglückwünsche uns Teilnehmer diesen Kursus so effizient bestritten
zu haben.
|

|
|
So
sieht der Schein aus, den man für 60,- Euro und etwas
Fleiß bekommt, das Unkenntlichmachen von Unterschrift
und Stempel ist ein Schutz gegen den Schmuversuch!
|
erfasst 26.02.2007 |