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02.06.2007 Gildefest in Oelixdorf
Liebe Leserinnen und Leser,
vor meiner Streckenplanung und späteren Anreise nach Oelixdorf habe ich über die Karten aus dem Internet unter http://www.map24.de eine verhältnismäßig einfach zu erreichende Ortschaft gesehen. 
Um 05.00 Uhr fuhr ich an diesem sehr trüben und bedeckten Tag von Neumühlen-Dietrichsdorf meinem Kieler Stadtteil ab. Die Autobahn war doch sehr leer, nach dem ich Neumünster links liegen ließ und mich auf der Landstraße in Richtung Hohenweststedt befand, überholte ich irgendwann zwei LKWs. Kurz vor Aukrug waberte leichter Bodennebel über die Felder, welcher durch die bereits auf der Landstraße verkehrenden Fahrzeuge als Tunnel durchtrennt schien, läge doch die Kamera nicht so gut verpackt auf dem Rücksitz, wäre es ein reizvolles Landschaftsfoto entstanden.
In meinem Fahrzeug wurde seit Neuestem ein eingebautes
Navigationssystem nachgerüstet mit der gewählten Einstellung „Schnellste Strecke“. Die Strecke über die Autobahn bis Winseldorf im Kreise Steinburg war wirklich schnell. Aber ab Winseldorf auf einen Plattenweg aus den 60ern zu treffen, war mehr als verblüffend.
So kann man sich irren, zwischen Karte und Navigationssystem liegen
Welten!
Hätte ich nicht selbst einen Teil meines jungen Lebens (6,5 - 9,5) auf dem Lande verbracht, wäre ich als Städter komplett irritiert und hätte annehmen müssen, mich verfahren zu haben. Gleich am Ende des Plattenweges landete ich in der Oberstraße.
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PS:
Ich bin im Interesse der Schulkinder gegen die Öffnung
der Schranke. Kinder,
nicht Autos und schlechte Luft, sind die Zukunft!
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So
schön geschmückt ist's nur zum Gildefest!
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Dort im Dorf vor dem Krug „Unter den Linden“ traf ich um 07.50 Uhr ein, gelegen in der Oberstraße 36, 25524 Oelixdorf, gibt es einen wunderschönen und sehr gepflegten, alten Landgasthof, der etwas ganz besonders birgt, was man ihm ad hoc nicht sofort ansieht. Er hat einen architektonisch stilvoll errichteten Saal in Holzbauweise.
Die freundliche Wirtin, Frau Südemann, die auch ein paar Gästezimmer bereit hält und sich rührend um jeden Gast bemüht. -
Wenn Ihr mal ein Zimmer in der Gegend braucht, etwas Ruhe und Erholung, dann ist 04821-93518 genau die richtige Telefonnummer.
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Die weiteren Vorbereitungen für das Gildefest lag in den Händen der eingeteilten Schaffer. Man belud einen zweiachsigen Anhänger und hatte als Zugmaschine einen Fend-Traktor, welcher in früheren Zeiten oft von den Milchbauern eingesetzt wurde, um die von der Feldmelkanlage gewonnene Milch in Kannen auf der, auf dem Traktor montierten Frontladefläche zum Hof oder zur Meierei zu transportieren. Dieser Hilfstraktor ist zwischenzeitlich eine traktoristische Rarität, der für seine Zuverlässigkeit bei guter Pflege berühmtberüchtigt ist.
Es war auf dem Land nichts besonderes, wenn den Bauern auch schon mal die Jungbullen ausbüchsten, dann war sogar der Stacheldrahtzaun umgerannt und kaputtgetrampelt, später erst gab es elektrische Zäune. Die Bauernkinder machten sich einen Spaß daraus die Zugezogenen hoch zu nehmen, nämlich mit einem frischen gezupften Grashalm über den angeschlossenen Zaun streichen zu lassen. Die Au-Schreie signalisierten wieder einen Reingelegten.
Jener Hilfstraktor war eigentlich ein relativ schwacher Ackerschlepper der nur für ganz leichte Böden zum Pflügen in Einsatz kam. Jener wurde oft als Reparaturhilfsmittel bei der Feldeinfriedung benutzt. Vorn auf der Ladefläche lagen die Eichenspaltpfosten und das Werkzeug (Vorschlaghammer, Hammer, Kneifzange und Krampen), hinten auf dem hydraulischen Hebebalken war der Drahtrollenhalter angebracht.
Der Ausflug in die bäuerliche Arbeitsweise soll nicht von der Hauptsache abschweifen und so ich werde nun mit der weiteren Beschreibung des Festablaufes fortfahren.
So um 08.20 Uhr trudelt die Gildegemeinschaft ein, das erste Getränk ein starker Kaffee; der zweite, starke Kaffee folgt und es kam die Rede auf von dem gestern schlecht gewesenen Gläschen Cognac. Ja, was ihr nicht wißt, die Gildegesellschaft hat ihren „Beerpröfobent mit Damenwahl und Ladeklau“ am
Vortag hinter sich gebracht.
Darauf
komme ich noch zurück, bzw. Wolfgang und wenn er es nicht so schnell
schaffen sollte, seht Ihr hier zunächst nur seine Bilder.
Leider haben mich wichtige Dinge davon abgehalten am 01.06.2007 mitzuprobieren. Nur wenn ich so einige anschaute, dachte ich bei mir: „Güstern bi de Nacht wör dat een beten veel ween!“ Manch einer war noch ganz müdetaumelig
bis schlaftrunken oder be-letzteres. Die Wirtin und die Bedienungen schenkten kräftig Bohnensupp’ ein, wie man verballhornt in Friesland zum Kaffee sagt. Nicht verwunderlich, bei den
Friesen zählt Tee und Kluntjes zum Grundnahrungsgetränk. So nach und nach rappelten sich die müden Krieger wieder auf.
Die von mir verfolgten Gespräche hatten einen ganz und gar witzigen Charakter und ich mußte oft schmunzeln, es war direkt aus dem Leben gegriffen. Die Geschichte erzähle ich aber nicht, weil sie zu gildefamilär ist. An der Begrüßung und am Umgang miteinander nimmt jeder Anteil an der Person des anderen, man merkt sofort, daß es sich um eine eingewachsene Gemeinschaft handelt und nicht wie in mancher Stadtgilde, um ein mit Kunstdünger im Wuchs beschleunigtes Pflänzchen.
Moin, wer bist Du denn. Ja, ich habe seit geraumer Zeit Kontakt mit Wolfgang (Dr. med. Behrmann) über Email und interessiere mich aufgrund seiner Schilderungen und des vorab erhaltenen Infomaterials sehr für Eure Gilde und Eure besondere Art das Gildefest zu begehen. Das habe ich so natürlich nicht gesagt, aber ich informierte über meine Absicht einige Fotos zu machen und eine Geschichte vom Gildetreiben zu erzählen.
08.50 Uhr nahm man Aufstellung in der Oberstraße, was aber eher einem großen Nachbarplausch ähnelte. Der große Ausmarsch mit guter blasmusikalischer Begleitung fand knapp acht Minuten später statt.
Die Mützen, die der schwarz gekleidete Musikzug trägt ist ein sogenannter
Elbsegler, welcher seiner Art nach zum festen Bestandteil der
Festbekleidung der Neumühlener Rosengilde von 1821 gehört.
Dieser
Marsch sollte länger sein, als die sonst abgegrasten Marschmusikschritte
beim Königabholen, mal sehen, ob ich das durchhalte oder vorher
durch Entkräftung zusammenbreche.
Es geht
leicht bergauf, aber nur geringfügige Steigung, die leicht zu
meistern
ist. Apropos Musik, die Seite
http://www.oelixdorfermusikzug.de
ist auch recht nett anzuschauen und birgt einige lustige Artikel
!!!
Ach übrigens,
der Klarinettist hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Ältermann,
Uwe Göllner, der Neumühlener Rosengilde von 1821. Es ist so
selten, daß ihm sein Spiegelbild auf der Straße begegnet. Eine
gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Bill Ramsey (1950er Musiktitel:
Ohne Krimmi geht die Mimmi nie ins Bett.) ist ihm auch nicht
abzusprechen.
Auch
Verkehrsteilnehmer auf dem Fahrrad müssen einem Polizeibeamten folge
leisten und dürfen den Präsentationszug der Gilde nicht behindern,
weil diese Jungen genau das richtige tun, erwähne ich sie lobend
bildlich.
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Manch Oelixdorfer hat den Schalk als Schild an seiner Vorgarteneinfriedung befestigt.
Ich kannte das noch nicht!
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Jetzt geeeehts looos! Als erstes zum „alten“(=2006/2007) König, um an der so genannten Labung teilzuhaben. Von der Labung ging der Marschzug zu einer Waldniederung.
Welch'
leckeres Zeug wurde hier aufgefahren, an sonsten doch eher unüblich,
aber jeder Ort erzeugt eine andere Form der Tradition. Kennt man
ansonsten eher nur das mit Griebenschmalz bestrichene Schwarzbrot,
gesellt sich ansonsten zur Abwechselung im Höchstfall über den Belag
mit Käse, Leberwurst und Mettwurst. Hier völlig anders, weil man
seine Freunde und Bekannten verköstigt. - Eine separate Bewirtung
der Vorstandsmitglieder findet nicht statt.
Jeder setzt sich zu jedem, was das Wir-Gefühl in jedem Fall steigert.
Als die Speisung
abgeschlossen wurde, begann man mit einer weiteren Aufstellung zum
nächsten Marschantritt. (Die
Labung ist ein Relikt aus altrömisch-katholischer Zeit, als ein
jeder dem Dienst am Pilger verpflichtet war. Heute in den römisch-katholischen
Pilgerstätten ist dieser Pilgerdienst immer noch ausgeprägt, aber
das einstige Gebot der Nächstenliebe wird heute mit preiswerter
erwerbsmäßiger Bewirtung verwechselt.)
Etwas unheimlich, fast so, wie in Wilhelm Tell: „Durch diese hohle Gasse mußt du gehen, Gessler!“ Etwas unheimlich schlängelte sich der Weg hinunter, wenn man vom Hirn die Rattenfängersaga ganz unterschwellig untergeschoben bekommt, gruuuusel! Hänsel und Gretel fällt mir bei der Gelegenheit auch noch ein.
In der Niederung angekommen, bin ich recht erstaunt, was ich hier vorfinde. Ein kleiner Unterstand
für die Grillmannschaft und ein schmaler, langer Unterstand am mittleren Rand des Tales
für die Musiker. Und eine riesige Laube in der hinteren Mitte des Tales. Und in der vorderen Mitte des Tales auf einer Lichtung einen Zielstand. Genial durchdacht, keiner wird naß beim Beschuß der Scheibe.
Alle sind trotzdem dabei und können weiter feiern. Die Schießaufsicht übernimmt ein besonderer Gildebruder, als Jagdscheininhaber, ein Lehrer aus der Grundschule erledigt die Punkteerfassung in der Schießliste.
Nun wird vom Zielstand aus mit einer Signalstange mit angebrachter kleiner, weißer Scheibe der Schuß angezeigt. Hat der Schütze die Scheibe verfehlt, wird es mit dem oben beschriebenen Winker als außerhalb der Scheibe liegend angezeigt, die Marschkapelle spielt dann das Stück „Kremper Heide“. Die Kremper Heide ist wohl einige Kilometer vom dortigen Standort entfernt, so daß jedem klar ist, das etwas Häme bei der musikalischen Begleitung mitspielt.
Jeder Treffer, der außerhalb der Mitte liegt wird angezeigt, wer jedoch, die Scheibe absolut mittig getroffen hat, wird ein Hut auf den Signalstock gesteckt, nun spielt die Musik „Oh Hannes, wat’n Hoot!“ (Melodie auch als Dornröschen bekannt.) Wer seinen Beitrag noch nicht bezahlt hat tut dies spätestens vor dem Schießen, wird nicht bezahlt, kommt er nicht an das Kleinkalibergewehr. Hart aber gerecht, nach alter Väter Sitte.
Ach übrigens ich vergaß mitzuteilen, daß während der gesamten Gildefeierlichkeiten kein Bier und
keine Schnäpse ausgeschenkt werden dürfen, sondern nur Wein.
Die Altvorderen dieser Gilde wollten ihrer Grafschaft ein Schnippchen schlagen und wollten wenigsten zur Gilde ihrer Herrschaft zeigen, daß man auch Wein trinken könne.
Da es für die Musik nun keinen Schnaps gab, behalf man sich mit
Weinbrand, schließlich wird der ja auch aus Wein gebrannt. Und schon
wurde das Gebot der Stunde sicher umschifft. Außerdem verrieten
mir die Musiker, daß der Ansatz mit Wein ein schlechterer wäre, als mit
einem Cognack. - Ob das wohl so stimmt! Und immer in unregelmäßigen
Abständen ist ein ganz besonderer Trinkspruch der
Musiker zu hören:
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Der
Ausruf: "Ein Hoch auf die Gilde!"
Den
Weinbrand (2 cl) die Kehle hinabstürzen und sich räuspern:
"Mmmmm!"
Der Ausruf: "Es lebe
die Gilde!"
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Weil die Eltern die Weinkorken manchmal achtlos liegenlassen, dürfen die Kinder diese an die Gildebrüder verkaufen. Mit
dem so erlösten Kleingeld erstehen die Kinder Limmo und Süßkram beim Laubenwirt. Leider gibt es nun immer mehr Weinflaschen, die Schraubverschlüsse haben, woran sich die Kinder mit ihren zarten hornhautlosen Fingern an
der metallischen Perforation verletzen können.
Und dieser die Gemeinschaft stärkende Brauch wird von der Industrie unwissend alter oelixdorfer Traditionen einfach ignoriert. Diese umweltschonende Tradition könnte auch anderswo Schule machen. Außerdem werden die Kinder bereits mit dem gesellschaftlichen Leistungsprinzip im Kleinen vertraut gemacht. So lernt man dann ganz spielerisch Wirtschaft!
Einige Kinder handelten sogar den Preis rauf. Gute Voraussetzungen
für den Beruf des Kaufmanns.
Wer es dann auf drei Hüte schafft, der ist der erste König, jener der zwei schafft ist zweiter König, und wer nur einen Hut abbekommen hat, wird dritter
König. Die Königin wird unter den Damen ausgeschossen. Bis vor zehn Jahren und unter familiären Kampfansagen haben die Frauen es durchgefochten, daß sie dann auch am Schießen beteiligt wurden.
Die stolze Strecke der darzulegenden Majestäten sind:
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Flucht-König:
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Thomas Wienk *)
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Ex-König:
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Frank Jordan
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I. König:
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Martin Rentz
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II. König:
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Hainer Theede
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III. König:
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Kai Theede
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Königin:
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Petra Kehde
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*) Jener dürfte wohl
besseren Wissens in die Protokollbücher der Gilde als "unserer
König is' in Kölle" eingehen!
Ist
nun dieser Brauch der drei Könige nun dem Sport entlehnt oder kann
man annehmen, wie aus Kindertagen, wer zuerst sein Süppchen ausgelöffelt
hat, Sieger wäre. Und als alle drei Kinder gleich fertig wurden,
weil sie gleichermaßen schnell raus zum Spielen wollten, konnte
man sich nicht einigen und zerstritt sich so sehr, daß die Mutter
das Machtwort sprach: "Hein du bist erster Sieger, Fitje du
bist zweiter Sieger und du Knut bist dritter Sieger!" Warscheinlich
hat einer der altvorderen Ältermanner zu dieser List gegriffen,
um besänftigend einzugreifen. - Das liebe Gildegeschwister ist reine
Vermutung. Aber manche Schliche der Gilden sind den einfachsten
Familientricks abgeschaut und zur Satzung transformiert worden.
Das Ergebnis wird sodann bekannt gegeben und oh graus, für die Frau des Königs 2005/2006,
denn er ist es wieder! Ein Ausschlagen der Königswürde währe ein Ehrenbruch, der jedoch 2005/2006 vorkam, da
der eigentliche Königsschütze ablehnen mußte, weil er während der übrigen Zeit nicht in seiner Heimat Öelixdorf
weilt. Man
hat ihm zwischenzeitlich verziehen. Und der nächst, bessere Schütze wurde so per
Beschluß der Gilde, Vertretung der eigentlichen Majestät. So etwas
nennt man dann Basisdemokratie.
Dann wird wieder subtrahiert. Acht Packen minus sieben Packen gleich einpacken. Als erstes packt die Musik zusammen, dann der Laubenwirt und die allzeit verkehrsregelden Beamten der Itzehoher Polizei übernehmen den Dienst am feiernden Bürger und geleiten ihn sicher zum Krug „Unter den Linden“ zurück. In diesem Sinne sei der Beamtin und dem Beamten ein herzlicher Dank ausgesprochen auch stellvertretend für alle netten Kollegen, die im Gildeeinsatz verschlissen werden. Das muß einfach mal erwähnt werden.

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Panorama
aus jeweils zwei Bildern zusammengesetzt.
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Dort angekommen, packt mich der Hunger und Durst. Bei der Labung hatte ich noch keinen Appetit, obwohl es viele sehr leckere Dinge gab. Sauerfleisch mit Bratkartoffeln nebst Salatbeilage und eine große Spezi wurden von mir weggeputzt. Die Bratkartoffeln waren sehr Lecker, für mich fleischfixiertes Leckermaul wäre eine
Scheibe Sauerfleisch mehr, lieber gewesen. So ist’s besser, es setzt nicht so an. Das Wetter blieb den ganzen Tag über betrübt.
Im Wirrwarr meiner Erinnerungen hatte ich ganz vergessen zu erzählen, daß die
Jägersleute, auch Gildebrüder, nach einer kurzen Ansprache
des Ältermanns je zwei Salutsalven (Gänseböller) mit ihren doppelläufigen
Flinten abgaben; also vier insgesamt. Ich habe es zwar krachen gehört, aber den Sinn
dieser Aktion habe ich nicht verstanden, weil ich leider zu weit
weg war und und mein Auto vom der ehemaligen Schmiede holte. So
mußte ich dem Polzeibulli hiterherfahren. Hätte ich Ölixdorf
gekannt, wie mein Kiel kenne, hätte ich gewußt, wie ich den Schwung
der Leute weiträumig hätte umfahren können, um von der Rückseite
zu landen. In manchem Ding steckt der Fehler im Detail. (Nachtrag)
Um 15.00 Uhr ging alles nach Hause um sich für den Ball um 20.00 Uhr fein zu machen, oder sich noch vor dem Feinmachen etwas zu Ruhen, um für den Schwof durch die Nacht mit anschließendem Rasentanz um 06.00 Uhr des kommenden Morgens durchzuhalten.
Die meisten Mitglieder der Dorfgemeinschaft gingen also nach Hause, ich schloß mich Joachim an und wir feierten im Hof seines Nachbarn und Freundes Thomas H., es wurde gegrillt und Handyslangs angehört und sich über diese herzhaft amüsiert. Und man Trank kein Wein, sondern Cola und Limmo. Schließlich sollte ja noch was kommen. Der Himmel öffnete zeitweise seine Schleusen sehr leicht und unangenehm, weil die Polster einfeuchteten.
Also verbrachte ich die meiste Zeit lieber stehend. Die übrigen beschlossen den Niesel einfach nicht wahrzunehmen, nach dem Motto: „Gilde kennt kein schlechtes Wetter!“ Nur ich kenne schlechte Kleidung, die ich anhatte. Hoffentlich bekomme ich nur keinen Schnupfen, war meine dringlichste Überlegung; bei den Pfadfindern lernt man Bewegung schafft Wärme.
Zum Ort selbst zu sagen wäre
dies: "Was Blankenese für Hamburg ist, ist Oelixdorf für Itzehoe!"
Diesen trefflichen Satz entnahm ich der Homepage http://www.oelixdorf.de
! Ich stimme dem voll und ganz zu. Den Ortsnamen in Verbindung gebracht
mit dem französischen Zeichernwerk "Asterix", hieße
an die Idylle dieses zum Ende des Comic beschriebenen, herzlich
in Eintracht am Lagerfeuer feiernden lustigen Völkchens
erinnert zu werden, trifft weitestgehend auf die Tagesverfassung
zu.
Als ich kurz vor 20.00 Uhr im Saal mit Christian eintraf, war elektometallische und elektroniksyntetisierte Musik im Aufbau und mit
der Verkabelung der Lightshow befaßt. Erst nahm ich Platz am Schaffertisch, dann dicht an einer Box, die dem einen oder anderen die Gesprächsfähigkeit raubte und man sich hinter den Vorstandstisch zurückzog.
Mir egal, wo ich sitze, ich sehe meine Aufgabe, wenn der Öllst in Aktion tritt, zur Eröffnung des Balls, bei der Intronisation des neuen Königs und der Königin sowie bei der Überreichung der Löffelpreise. Beide Könige bekommen einen Eßlöffel der Dritte im Bunde einen Teelöffel, aber alle aus Sterlingsilber.
Und das bei einem Jahresbeitrag von 10,- Euro und ohne "e.V."
Dann erfolgt der Eröffnungstanz der Königspaare. Und ich werde vom Ältermann, Fritzi, wie sie ihn alle vertrauensvoll nennen vor versammelter Dorfschaft vorgestellt. Die Betroffenheit treibt mir wieder den Schweiß auf die Glatze, hoffentlich bin ich nicht rot geworden.
Wenn’s am schönsten ist, muß man leider gehen. Um 21.20 habe ich mich von Fritz und Wolfgang verabschiedet. Und auch von den lustigen Musikanten, welche zum Zeitpunkt des Balls anwesend waren und sich die Dampfkapelle der Gilde nennt. Jungs, ihr habt ordentlich Dampf (Marsch in der Geest) abgelassen, es war nicht von schlechten Eltern. Hervorzuheben
ist der 12jährige Drummer ob seines Leistungsvermögens und Talentes. Weiter so, das wird noch mal ein ganz großer.
Als ich zu Hause eintraf war es 22.55 Uhr und ich brachte meiner Frau einen der abgepackten Kindersüßigkeiten mit, die ich beim Laubenwirt kaufte,
worüber sich meine Frau sehr über das Mitbringsel freute.
Ich bedanke mich bei den Ölixdorfer Gildegeschwistern für die überaus herzliche Einladung.
Liebe und herzliche Grüße aus Kiel, Detlev
erfaßt am
05.06.2007 - nachgetragen am 07.06.2007 - vervollständigt durch
Notenübermittlung Thies Möller + Jens Teckenburg 15.06.2007
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