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[ZURÜCK] Chronikauszug S.484 - 488 überlassen am 18.05.2007 vom 1. Vorsitzenden, Horst Wiese, per Fax über die Themen: 1. Die Totengilde Gödersdorf/Hohndorf, 2. Schweinegilde Krummbek (Höhndorf/Gödersdorf) ... 6.3. Das Gildewesen In den Jahren nach 1800 wurden in der Probstei in großem Umfang Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit gegründet. Es entstanden Totengilden (Totenbeliebungen), Inventargilden, Erntebrandgilden, Pferdegilden und Schweinegilden. Diese Vereinigungen waren das Vorbild der heutigen Versicherungen. Die Totengilde Gödersdorf/Hohndorf "Kund zu wissen sei hiermit jedermann, dass wir Hufner, Kätner, Häusler und Einwohner eine Totengilde gebildet haben." So wurde im Jahr 1877 die noch heute aktive Totengilde Gödersdorf/Höhndorf gegründet. Gründungsmitglieder aus den beiden Dörfern waren die 24 Einwohner: Hans Peter Puck, H. Stoltenberg, J. Meyer, C. J. Göttsch, Hinrich Stoltenberg, Eggert Wiese, Hinrich Wiese, H.Wiese, C. Meyer, Joh. Lage, Peter Wiese, Johsias Hamann, Hans Stoltenberg, Peter Stoltenberg, Heinrich Stelk, C. H. Steffen, Marcus Ladehoff, Eggert Wiese, Hans Stoltenberg, P. Stoltenberg, Joachim Tramm, Jakob Göttsch, Heinrich Schneekloth und G. Hr. Schneekloth. Das tatsächliche Gründungsdatum muss vor diesem Termin liegen. Im § 13 der Satzung steht unter anderem der Abschnitt mit folgendem Wortlaut: "Die bisher bestandenen Artikel werden durch vorstehende aufgehoben und für ungültig erklärt". Vorstandsmitglieder waren soweit es heute noch feststellbar ist:
Die Mitglieder wurden in Listen über viele Jahre nach ihrer Herkunft als Hufner, Kätner, Hausbesitzer und Einwohner geführt. Ziel der Totengilde war es, den Verstorbenen eine angemessene Beerdigung zu gewährleisten. In § 1 der Satzung war festgelegt: "Zur Beförderung der Leichen von Kätnern, Hausbesitzern und Einwohner geben die Hufner Pferde und Wagen, sowie Kutscher unentgeltlich her, und lassen solche Fuhren nach der Ordnung umgehen. Zu einer solchen Fuhre gehört eben sowohl das Sarg fahren wie das Wegfahren der Leiche. Dass bei einer Leichenfuhre kein schmutziger Wagen benutzt werden darf, verstehn sich von selbst." Die ganze Satzung besteht aus 13 Paragraphen. So wurde über die Reihenfolge der Trägerdienste, über die Tätigkeit der Leichenbitterin und weitere Gildeinteressen beschlossen. Auch finanzielle Fragen wurden eindeutig geregelt. Für Versäumnisse der Gildemitglieder wurden Strafgelder, die Brüche, festgelegt. Die Bittgängerin benachrichtigte die Sargträgere, immer drei aus jeder Gemeinde. Dazu brachte sie ihnen die "Knüppel", auf denen als der eigentliche Beweis der Gründung die Jahreszahl 1877 steht. 1883 wurden einige Statuten neu gefasst. So genoss der jeweilige Lehrer ohne Übernahme von Gildelasten und Verpflichtungen alle Vorteile der Gilde, hatte aber die Pflich zur Abhaltung von Feierstunden in den jeweiligen Trauerhäusern. Dieser Brauch wurde bis zum Jahre 1967 beibehalten. Die Verstorbenen wurden in der Regel biz zur Beerdigung im eigenen Haus aufgebahrt.
Als jährlicher Versammlungstag war der zweite Sontag nach Michaelis festgelegt. Am Totensonntag, dem 13. November 1977, feierte die Totengilde Gödersdorf/Höhndorf ihr 100-jähriges Bestehen. Der Landrat des Kreises Plön überreichte dem Vortsitzenden Klaus Bötel die Gildekette und hob in seinem Grußwort den Gemeinsinn der Probsteier hervor, der in keinem anderen ihm bekannten Gebiet so ausgeprägt zu finden sei. Gildevorsitzender Klaus Bötel bestimmte, dass zukünftig die verliehene Gildekette "dier hier nicht ohne Stolz präsentiert", auf jeder Versammlung dabei zu sein hat und vom Gildevorsitzenden zu tragen ist.
Diese Satzung ist mit wenigen Änderungen auch heute noch gültig, allerdings wird die Verpflichtung zur Leistung von Spanndiensten nicht mehr notwendig. Nach wie vor werden die Träger durch die Leichenbitterin bestimmt. Bitterinnen der Totengilde Gödersdorf/Höhndorf von 1883 bis heute:
Die Stellung von Trägern ist die verbleibende Aufgabe der Totengilde. Die finanzielle Situation der Gilde ist bescheiden, aber ordentlich geregelt. Gelegentlich werden zur Auffüllung der Kasse geringe Beträge eingesammelt. Die Mitgliederzahl beträgt jetzt 91. Als Versammlungstag ist inzwischen der Volkstrauertag festgelegt worden. Die Totengilder Gödersdorf/Höhndorf ist nach wie vor ein Aktivposten im Gemeindeleben.
Schweinegilde Krummbek (Höhndorf/Gödersdorf) Die Gilde wurde am 10. April 1864 für die Einwohner der Dörfer Krummbek, Bendfeld und Ratjensdorf gegründet. Unter § 2 der Bestimmungen heißt es: "Zweck dieser Vereinbarung ist, jedem Interessenten dieser Gilde, dem ein Schwein stirbt, eine durch Taxation zu ermittelnde Summe zu vergüten, welche nach dem Gegenwerth der eingeschriebenen Schweine aufzubringenund über sämtliche Mitglieder zuz repartieren ist::" Der jährliche Gildetag war der letzte Sonntag vir dem 1. März und war beim Kröger Ch. Stoltenberg in Krummbek abzuhalten. Jedes neue Mitglied hatte als Aufnahmegebühr 1/2 Tonne Bier und 1 Pfund Taback zu entrichten. Im Gründungsjahr 1864 hatte die Gilde aus Krummbek 30, aus Bendfeld 30 und aus Ratjendorf 9 Mitglieder. 1865 kam Höhndorf mit 12 Mitgliedern hinzu.Aber auch Gödersdorf wollte nicht zurückstehen und schloss sich 1866 mit 11 Mitgledern an. Vier Jahre nach der Gründung hatte die Gilde eine stattlich Zahl von 111 Mitgliedern. Warum sich 1915 die Höhndorfer und Gödersdorfer der Schweinegilde Fiefbergen angeschlossen haben, konnte bisher nicht ermittelt werden. ... erfaßt 19.05.2007 |