Die
einzuleitenden Reformen in Preußen sollten den Adel vor dem Verlust
ihrer Güter und Rechtsansprüche bewahren, die equivalent zur Französischen
Revolution (1789 bis 1799)durch
die die sogenannten späteren Bürger und der Bauernschaft gegenüber der absolutistischen Herrschaft
aufständisch annektiert, wurden Adel- und absolutistisches Königtum
eliminiert, so entgegen zu wirken, dass der wirtschaftliche
Schaden für den Preußischen Adel und Staat minimiert werden könnte.
Stein, Hardenberg und Scharnhorst waren selbst dem Adel zugehörig
und haben nicht allein aus dem ihnen gern angedichteten Sozialstaatsgedanken
gehandelt, sondern aus der Intention eigne Pfründe, durch kleine
Grund- und Bodenverluste, zu schützen. Alles Handeln hat seinen
wirtschaftlichen Grund!
1807 Beginn der Reformen
Steins, Hardenbergs und Scharnhorsts: Bauernbefreiung
Städteordnung (1808)
Die Reformen dienten während des Friedens
von Tilsit, um gegen Napoleon aufzurüsten und das Volk von oben
gesteuert zu emanzipieren.
Gewerbefreiheit
(1810/11),
Im
Zuge Preußischer Reformen wurde 1810 erst in Deutschland die Leibeigenschaft
beseitigt. Durch die Heeresreform wurde es nun auch vormals Leibeignen
möglich hierrarchisch im Militärdienst etwas aufzusteigen und durch
Tapferkeit zu glänzen, um ebenfalls Offizierspatente zu erringen,
was vormals nur dem Adel möglich war. Die
Heeresreform basierte auf der Angleichung französisch-strategischer
Militärstrukturen
und Modernisierung der Boden- Waffengattungen.
aus
Bertelsmann 1966 - Lexikon, Buchstabe T
Die Turnerbewegung
Der deutsche Pädagoge Friedrich Ludwig Jahn begründet die deutsche
Turnbewegung. „Turnvater Jahn”, wie er genannt wird, der als Mitbegründer
der Burschenschaften in Oppostion zur restaurativen Obrigkeit steht,
schafft damit einen Beitrag zum Erwachen eines deutschen Nationalbewusstseins,
und er liefert die Grundlagen für die Entwicklung des Turnsports.
Jahn, Friedrich Ludwig (1778-1852), deutscher Pädagoge und Begründer
der nationalen Turnbewegung im 19. Jahrhundert. Der am 11. August
1778 in Lanz (Prignitz) geborene Jahn wurde 1810 Lehrer in Berlin
und eröffnete 1811 einen Turnplatz in der Hasenheide. Absicht des
„Turnvaters” war es, durch das Turnen einen Beitrag zur inneren
Erneuerung Preußens und zur Schaffung eines deutschen Nationalbewusstseins
zu leisten. 1813 trat Jahn für kurze Zeit Lützows Freikorps
bei und war maßgeblich beteiligt an der Gründung der Deutschen Burschenschaft.
Nachdem er 1819 wegen geistiger Urheberschaft an der Tötung Kotzebues
zu Festungshaft verurteilt worden war, stand er bis 1840 unter Polizeiaufsicht.
1848 wurde er als Abgeordneter in die Frankfurter
Nationalversammlung der Paulskirche gewählt. Jahn starb am 15.
Oktober 1852 in Freyburg/Ustrut. (Rusch, Barbara, M.A. Etnologin)
Die Bestrebungen Interllektueller, Studentenschaften und Körperkultische,
nach Turnvater Jahn, entstandene Turnervereinigungen und die
Sängerbünde
bildeten die ersten Gruppierungen, welche ihre Mitglieder zunehmend
politisierten und zu dem vereinshängigen Wir-Gefühl als national-patriotisches Idiologie
zum Zwecke der Bildung eines Nationalstaates durch gezielte Agitation vermittelten.
Schließlich waren turner- und sängerische Zusammenkünfte der adligen
Obrigkeit noch kein Dorn im Auge, während politische Versammlungen
in lokalen Gasthäusern ordnungsrechtlich schnell unterbunden wurden.
Judenemanzipation
(1812), Heeresreform (1807 bis 1813). 1813/14 Befreiungskriege
im Bündnis mit Rußland und Österreich gegen Frankreich,
entscheidender Sieg in der Völkerschlacht bei Leipzig.1815,
am 18. Juni, Schlacht bei Waterloo, endgültiger Sieg
der preußischen Armee unter Blücher und der britischen
Armee unter Wellington über Napoleon I. 1815 Der
Wiener Kongreß stellt Preußens Großmachtstellung wieder
her, Gebietsgewinne im Rheinland, in Westfalen, Posen,
Sachsen und Vorpommern.
Innere Strukturprobleme
zwischen adligen Machterhalt und bürgerechtlichen Ambitionen der
frei gewordenen Schichten bilden ein sozialökonomisches Vacum aus.
Nicht die Agrarreformen und ihre Folgen, auch nicht Industrialisierung,
Bevölkerungswachstum, Proletarisierung und Pauperisierung
(lat. pauper, "arm" --> Verarmung)
breiter Bevölkerungsschichten und die Entstehung der organisierten
Arbeiterbewegung bildeten das eigentliche Problem der
inneren Entwicklung Preußens im Zeitalter der Modernisierung,
sondern die Tatsache, dass die alte agrarische Herrschaftselite erfolgreich
ihre Vorrangstellung in Staat und Gesellschaft behaupten
konnte und gleichzeitig die Demokratisierung der Gesellschaft
langfristig zu behindern vermochte.
Tatsache, dass seit dem 16. Jahrhundert die Grundherren hier zu
Gutsherren geworden sind, deren Einkünfte zum ganz überwiegenden
Teil aus der Eigenschaft des adligen Gutsbesitzers als
Agrarunternehmer stammten. Das letzte Drittel des 18. Jahrhunderts
mit seiner Agrarkonjunktur brachte zwar einen Kommerzialisierungsschub,
wie man das genannt hat, aber die fest eingespielten
Marktbeziehungen der Gutsherren waren viel älter.
Schließlich müssen hier noch die Kreisstände als intermediäre
Gewalt im Absolutismus genannt werden, die zwar nur wenig
realen Handlungsspielraum besaßen, aber immerhin den alten
Anspruch des Adels, die eigentlichen Vertreter des Landes zu
sein, am Leben erhalten hatten und nun, bei den anstehenden Reformen
und dem erforderlich gewordenen zusätzlichen Finanzbedarf,
sofort wieder ihre alte Rolle als Landesrepräsentanten aufzunehmen
vermochten.
Die ökonomische Rolle des Agrarunternehmertums, die Rolle als
politisch-militärische Funktionselite einer Großmacht und der
Anspruch, als berufene Vertreter des Landes den regionalen Herrschaftsstand
auszumachen, umschreiben Daseinsform, gesellschaftliche
Funktion und Selbstverständnis des ostelbischen
preußischen Adels. Dieses Rollenverständnis hat sich voll erst im
Zeitalter des Absolutismus herausgebildet.
Die dabei entstandenen Denkmuster, Verhaltensweisen und Ansprüche wurden auch
unter den Bedingungen der bürgerlichen Gesellschaft so lange
wie möglich beibehalten und unterlagen nur allmählichen Abwandlungen.
Aber in der Grundsubstanz stammt adliges Fühlen,
Denken und Verhalten in Preußen aus der Blütezeit des Absolutismus.
Die Reformen Steins und - weit grundsätzlicher in den Zielstellungen
- Hardenbergs waren auf die Auflösung der hergebrachten
landwirtschaftlichen Arbeitsverfassung und der ländlichen
Herrschaftsverhältnisse angelegt.
Kein Wunder, daß der Adel in seiner Gesamtheit die Reformen
erbittert bekämpft hat und vor allem die Verletzung seiner Eigentumsrechte
anprangerte, was übrigens nach dem geltenden Allgemeinen Landrecht völlig
zutreffend war. Noch der Abgeordnete von Bismarck-Schönhausen
behauptete als Abgeordneter der II. Kammer des preußischen
Landtages in der Debatte über das die Reformen endgültig regelnde
Gesetz am 24. November 1849, dieser Reallasten-Ablösungs-Gesetzentwurf ginge in der Rechtsverletzung weiter als das
Regulierungsedikt von 1811. Bekanntlich hat der Grundbesitzeradel
der Aufhebung der Frondienste gegen Entschädigungen
der Bauern zugestimmt.
Die Umwandlung der auf Frondiensten abhängiger Bauern beruhenden
Gutswirtschaft in den modernen kapitalistischen Gutsbetrieb
war in der Hauptsache um die Mitte des 19. Jahrhunderts
abgeschlossen.
Hinsichtlich der ländlichen Herrschaftsverhältnisse, also der Aufgabe
der Ortsobrigkeit über die Landgemeinden, der Aufhebung
der gutsherrlichen Polizei und der Patrimonialgerichtsbarkeit
konnte die alte ländliche Herrschaftselite in der Abwehr der Reformintentionen
einen vollen Erfolg erzielen.
Aber als Gewinner der Agrarreformen hat sich der ostelbische
Adel Preußens niemals betrachtet. Man muß sogar feststellen, daß
in dieser Schicht seit Beginn der Reformära stets das Gefühl vorherrschend
war, sich als Verlierer der gesellschaftlichen Entwicklung
zu sehen, und mit dieser Grundeinstellung muß bei der
Analyse der Gesellschaftsgeschichte Preußens des 19. Jahrhunderts
gerechnet werden, ob man nun dem zustimmt, eine gewisse
Berechtigung nicht absprechen will oder für vollkommen
unberechtigt ansieht.
Neben dem, wie bereits gesagt, vom streng juristischen Standpunkt
aus betrachtet sogar berechtigten Argument, die Agrarreformgesetze
bedeuteten einen unrechtmäßigen Eingriff in ihr Eigentum,
fühlte sich die Grundherrenschicht bedroht und benachteiligt
durch den mit der Auflösung des gutsherrlich-bäuerlichen
Verhältnisses beginnenden Abbau ihrer ländlichen Herrenstellung,
und dann nicht zuletzt auch durch das massive Eindringen
bürgerlichen Kapitals in den Großgrundbesitz.
Was
in Dithmarschen und Friesland (westliche Küsten-Landesteile) aufgrund der freien Bauernschaft am
Markt orientiert funktionierte, bedurfte bei der Umstellung der
holsteinischen und schleswigschen Lande einer Umstellungs- eine Orientierungsphase nach Fruchtfolge
und Absatzmöglichkeiten.
Grundsätzlich
nicht nur für den Eigenbedarf zu produzieren, sondern für ein fein
gesponnenes Wirtschaftssystem distributiver (=verteilungsbezogener)
Einheiten, Grundstoffe gegen Entgelt zu beziehen war für die Neubauern
noch nicht ad hoc durchführbar, da diese zu dem als ehemalige Leibeigne
zu gewillkürten Pächtern wurden und die Beschulung der Bevölkerung
weit unter dem Standart lag.
Um
1820 wurde durch den Kaufmann Ernst-Wilhelm Arnoldi der VVaG (=Versicherungsverein
auf Gegenseitigkeit) zur Abmilderung von persönlichen und dinglichen
Schicksalsschlägen
ins Leben gerufen.
VVaG sind die Urform der heutigen Versicherungsunternehmen. Die Idee
des VVaG als Rechtsform für eine überregionale Versicherung geht auf
den Kaufmann Ernst-Wilhelm Arnoldi zurück. Als Arnoldi im Jahre 1820 in Gotha
die "Feuerversicherungsbank des Deutschen Handelsstandes" ins Leben
rief, verwirklichte er damit die Idee der gegenseitigen Hilfe: Alle
tragen gemeinsam die Last des Einzelnen. Das Besondere: Die
Versicherten sind gleichzeitig Eigentümer des Unternehmens. Ähnlich wie
bei genossenschaftlichen Banken existieren keine ausschließlich Kapital
gebenden Eigentümer, weshalb eine kontinuierliche und von Kapitalgebern
unabhängige Geschäftspolitik
im Interesse der Mitglieder garantiert ist. Notwendige unternehmerische
Entscheidungen können schnell getroffen und umgesetzt werden.
Der VVaG ist getragen von den Bedürfnissen seiner Mitglieder. Das
sichert ihm Marktnähe und Innovationskraft. Ähnlich dem
Entscheidungsgremium der Hauptversammlung für die Aktionäre einer
Aktiengesellschaft hat der Versicherungsverein für seine Mitglieder als
oberstes Organ die Mitgliedervertreterversammlung, teilweise auch
Hauptversammlung genannt.
1829 trat eine große Agrarkrise durch Missernten
und bäuerlichem Missmanagement ein, sowie durch die Änderung vom Gutsadligen
Wirtschaftssystem zur Selbstbewirtschaftung eigner Bauernhöfe und
Pachthöfe, entsprechend von der Obrigkeit gelenkter unfreier Arbeit
und Pflanzordnung zur freien
Landebestellung und reglementierter Eigenvermarktung.
Agrarische Wissenschaft gab es noch nicht, obwohl
man in deutschen Klöstern, um die wahren Meister der Veredelungstechnik
und Gartenkultur wußte.
Erst
sehr viel später mit der Vererbungslehre
legte der Augustiner-Mönch Johann Gregor Mendel (* 1822 - † 1884)
anhand der Erbse den Grundstock der Genetik, der
bei Auftritt der Not erst 7 Jahre alt war. Der Naturdüngermangel war nur ein Aspekt, Feld-
und Fruchtschädlinge
wie Engerlinge (Maikäfer), Kartoffelkäfer führten immer wieder zu
Ernteeinbußen.
(Von 1816 bis 1842 gab es 14 Kartoffel-Missernten in Irland
verursacht durch die Kartoffelfäule, ein Pilz namens Phytophthora infestans.)
Zwar befand sich das Zunfthandwerk um 1800 in der Krise, aber auch
im gewerblichen Bereich gab es nicht nur stagnierende Entwicklungen. In
den Manufakturen mit etwa 100.000 Arbeitskräften gab es in gewissem Umfang bereits eine Art Massenproduktion mit Arbeitsteilung. Das Verlagssystem (Protoindustrie) war in einigen Regionen bereits im späten Mittelalter und vor allem der frühen Neuzeit entstanden. So haben sich die landarmen Schichten in Ostwestfalen und anderen Gebieten auf die heimgewerbliche Herstellung von Leinen
spezialisiert, die von Händlern aufgekauft und auf dem überregionalen
Markt vermarktet wurden. Man schätzt, dass immerhin eine Million
Menschen um 1800 in diesem Bereich beschäftigt waren.
Diese und andere Entwicklungen auch im Eisen- und Metallgewerbe und
anderen Bereichen haben bereits verschiedene regionale Zentren
gewerblicher Verdichtung entstehen lassen. In den westlichen
preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen waren dies etwa der bergisch-märkische Raum, das Siegerland mit Ausläufern ins Sauerland. Ähnliche Zusammenhänge gab es im Rheinland, wo Eisen aus der Eifel zwischen Aachen, Eschweiler, Stolberg und Düren weiterverarbeitet wurden. Vor allem aber konzentrierte sich in diesem Gebiet die Messing-, Zink- und Bleiproduktion. In Oberschlesien wurden Bergbau und Verarbeitung teils vom Staat und teils von Großgrundbesitzern betrieben. Zu diesen gehörten die Grafen von Donnersmarck oder die Fürsten von Hohenlohe. Im Königreich Sachsen
existierte ein hochdifferenziertes Gewerbe vom Land- und Stadthandwerk,
über Heimgewerbetreibende in der Protoindustrie, Manufakturen, Bergbau
und bald auch ersten Fabriken. Weite Teile Sachsens gehörten,
wie auch das nördliche Rheinland sogar zu den wachstumsintensivsten
Regionen Europas.
Im Zusammenhang von Manufakturen und Verlagen sammelte sich in den verschiedenen Gewerbelandschaften Handelskapital
an, das später nicht zuletzt zur Finanzierung der neuen Fabriken
eingesetzt wurde. Allerdings waren diese frühen Gewerbelandschaften
nicht immer eine direkte Vorstufe der industriellen Entwicklung.
Teilweise wie in Teilen Hessen oder in Niederschlesien gelang der
Anschluss an die Industrialisierung nicht und in den Gebieten des
ländlichen Gewerbes kam es zu wirtschaftlichen Niedergangsprozessen.
Die
Gilde, wie wir sie heute kennen, gab es um 1800 nicht. Sie
war unter der Oberfläche existent, war aber nur der Oberschicht aus Adel und
der besseren ständischen Gesellschaft
(Ärzte, Juristen, Apotheker, Lehrer, Handwerksmeistern) zugänglich.
Die
napolonische Blockade gegen England band französche Militärkräfte
auch in Schleswig-Holstein. Der Beweis, dass sie sich auch in der Kieler
Förde rumgedrückt haben sollen, findet sich im Ortssnamen Laboe
(= franz. la boe = der Wind).
Aus
dieser Zeit mag die Hinterlassenschaft der weitragenden Mauerbüchse
stammen, die gegen die belagernden Franzosen eingesetzt wurde. Ein
Exemplar ohne amtliche Beschußzeichen verwahrt die Möltenorter
Knochenbruchsgilde von 1655 e. V.
Durch die Blockade wurde jedoch
auch der bis dato betriebene Walfang derart behindert, dass friesische Kapitäne zum Schmuggel mit
England gezwungen waren, um den vormals durch den Walfang hohen
Wohlstand zu halten. Ab 1840 versiegten
die Walöl-Quellen (Tran). Die Rückbesinnung auf das Talglicht oder
die Kerze war bis dato nicht erforderlich; sie existierten weitgehend
nebenher. Erst um 1859 wurde Petroleum als Lampenöl verwandt, erstens
war die Fließeigenschaft im Docht gleichbleibend und im Erwerb
günstiger.
Die
Innung der feinen Gewerke (Instrumentenbau, Buchdruck) gab es schon
vereinzelt ab 1710, beruhten sie jedoch wie einst die Zünfte (ein
Hauptgewerk und viele Nebengewerke) in ähnlicher Weise monopolistisch
und preisabsprachlich; mit marktbestimmenden Handelsbeschränkungen.
Eine Mittelschicht ergab sich
sukzessive aus der freien Handwerkerschaft, welche durch die Auflösung
der Zünfte, die durch die gesetzlich eingeleläutete Gewerbefreiheit
eigne selbstständige Gewerke begründeten. Ohne sich zunächst in
Innungen organisiert zu haben. Erst das Aufkommen des Handels und
der damit verbundenen Ertragskapitalisierung begünstigte den Aufbau
von Manufakturen, Fabriken, Banken und Versicherungen, die von einander
in Wechselwirkung partizipierten.
Risikobehaftete
Fabrikationstätten und Manufakturen wurden versichert und mussten durch Banken vorfinanziert
werden um späterhin durch ihre Produktivität und mit entsprechendem
Absatz zur Refinanzierung der Kredite und durch den Absatz der Produkte
zur Gewinnerzielung beizutragen.
Dieser Gründerzeit war der ungezügelten Verbrauch von Holz und fossiler Festbrennstoffe
(Steinkohle, Braunkohle und Torf) zu eigen. Trotzdem beruhte in
dieser Gründerzeit die Weiterentwicklung diverse erwerbswirtschaftlicher Gesellschäftsmodelle die
auf der Basis von Aktiengesellschaften den industriellen Aufbau
vorantrieben. Eine
höllische Luftverpestung war der Schwerindustrie zu verdanken gewesen,
die das neue Produkt Stahl schuf. Im Ruhrpott war die
aufgehängte weiße Wäsche immer grau.
Unsere Immenroder Bauern wurden 1843 aktiv und zeigten den Behörden ihr
Vorhaben an. Lediglich der Kotsasse August Immenroth (Hausnr. 10) wollte »den
neumodischen Kram« nicht mitmachen. Allerdings konnte er das Verfahren
nicht aufhalten. Eine kurze Übersicht über die Folgen der Gemeinheitsteilungen,
welche den genossenschaftlichen Besitz in Privatbesitz überführten:
Die Gemeindeweiden (Anger und Triften) wurden aufgegeben. Man benötigte
keinen Gemeindehirten mehr. Das Hirtenhaus benutzte man als Armenhaus. Nur die
Schafhirten überlebten die Separation. Die Brinksitzer und Häuslinge
konnten nicht mehr an den Gemeinheiten teilhaben (hauptsachlich Viehaustrieb,
Holz- u. Bucheckernsammeln, Lehmaushub u. a.). Sie waren die großen Verlierer
und gingen leer aus. Die Verarmung dieser Bevölkerungsschicht führte
zu den großen Abwanderungsbewegungen in die Fabriken der Städte.
Die Gemeinheitsteilung ist als Teil der »Iandwirtschaftlichen Revolution«
nicht von der Verkoppelung (Flurbereinigung) zu trennen.
Die Bevölkerung Deutschlands war nach dem 30jahrigen Krieg stetig gewachsen.
Die alte Flurverfassung (Dreifelderwirtschaft, genossenschaftliches Eigentum),
die Abhängigkeit vom Grundherren, die Abgaben und Dienste, Düngerknappheit,
veralteter Gerätepark usw. verhinderten eine ausreichende Ernährung
der Bevölkerungsmassen. Die Feldmark war in Sommerfeld, Winterfeld und
Brache eingeteilt. 1/3 des Ackerlandes wurde kaum bzw. nur in Teilen für
den Hackfruchtanbau genutzt. Der Landbesitz des einzelnen Hofes war in viele
Parzellen aufgesplittert und lag im »Gemenge«. Lange Anfahrtswege
und ein kompliziertes Wegerecht behinderten einen rationellen Einsatz der Arbeitskräfte.
Es herrschte »Flurzwang«; auf den »Kampen« mussten von
den Parzellenbesitzern die gleichen Früchte angebaut werden, die Ackerflächen
waren noch nicht entwässert, der Naturdünger reichte nicht.
Die Grundherrschaft hatten die Bauern abgeschüttelt, die Gemeinheiten
waren aufgeteilt; die Verkoppelung »Iag in der Luft« und wurde,
wie in Deutschland üblich, konsequent durchgeführt. 1843 fing man
in Immenrode, wie bereits erwähnt, an. 1846 kam die Genehmigung, 1854 begann
man mit der praktischen Arbeit. 1863 wurde der Receß (das Vertragswerk)
von den Beteiligten unterschrieben. 15 000 Taler musste die Bauernschaft für
die Verkoppelung aufbringen. Das Hainholz und das Faulholz wurden gerodet, um
die Geldmenge aufbringen zu können (Eichen und Buchen). 3000 Morgen hatte
man bei Vertragsschluss »flurbereinigt« . Alles Land musste nach
Güteklassen erfaßt und vermessen werden. Wege legten die Interessenten
an, das Land wurde entwässert, Graben angelegt, Bäche und Teiche zugeschüttet,
Hecken, Grenzbaume und Ödland gerodet. Die Feldmark war nicht mehr wiederzuerkennen.
Die 'Hilfe zur Selbsthilfe'
weckte in den betroffenen Landesteilen Schleswig-Holsteins
die Sozialisierung des
Gemeinwesens.
Mit der Stärkung einzelner in sich geschlossener Produktioneinheiten
wurden Hofstellen übereignet, die vormals als Gutsherrliche Bauernstelle
unter Pacht, Spann und Frondienst lag. Sogenannte freie Bauern waren
somit williger und motivierter auf eigner Scholle produktiv zu ackern.
Trotz und wegen alten Rechtsgütern waren Reformen des Landrechts
erforderlich, um die Produktionseffektivität und Quantität der Agrarproduktion
zu steigern.
Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen
des napolonischen Frankreichs im Festlandeuropa wurden durch deren
kriegerische Okkupation weite Teile Deutschlands, insbesondere die sogenannte
Deutsche Kleinstaaterei,
die kein zusammenhängendes Handels- und Wirtschaftgebiet zuließen,
Maßnahmen zu erwarten, die dazu geeignet waren diese zumindestens
von Kleinstaat zu Kleinstaat vertraglich im Vorfeld zu regeln. Und die Beschneidung
einiger Regionen Österreichs waren ebenfalls dazu geeignet den alten
Status Quo wiederherzustellen.
1828-1834 (1888
Hamburg)
Gründung des Deutschen
Zollvereins.
Als nach 1814 die von Napoleon gegen England errichtete
Kontinentalsperre aufgehoben wurde, strömten in gosser Zahl englische
Waren, insbesondere Textilien, nach Deutschland. Die neuen Staaten
versuchten, sich dem entstehenden Wettbewerbsdruck durch die Erhebung
von Importzöllen zu entziehen. Die Konsequenzen dieser Politik waren
noch nachteiliger als die der Kontinentalsperre. Denn statt im
wesentlichen einer wurden nunmehr viele Zollmauern errichtet. Der
deutsche Wirtschaftsraum war nach dem Wiener Kongress in 38 Zollsysteme
aufgegliedert, was den Binnenhandel wesentlich beeinträchtigte.
Der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich List erkannte die nachteilige
Wirkung der Zollzersplitterung. Er verfasste 1819 eine Bittschrift an
den Bundestag in Frankfurt, alle deutschen Staaten in einem
einheitlichen Zollgebiet zu vereinigen. Doch vergeblich. Er wurde als
Demagoge verdächtigt und zu Festungshaft auf dem württembergischen
Asperg verurteilt. Später wanderte er nach Amerika aus.
Doch seine Idee ging nicht unter. Sie wurde von Preussen aufgegriffen,
das infolge seiner eigenen Gebietszersplitterungen durch die
verschiedenen Zollsysteme besonders benachteiligt war. Der
Finanzminister Friedrich von Motz begründete1828 mit Hessen-Darmstadt
in einem ersten Schritt den Preussisch-Hessischen Zollverein. Ihm schlossen sich nach und nach die anderen deutschen Staaten – mit Ausnahme Österreichs – an. Es kam zum Deutschen Zollverein.
Weil die Zollerträge nach der Bevölkerungszahl und nicht nach dem
Außenhandelsvolumen auf die Bundesstaaten verteilt wurden, hatten auch
die wirtschaftlich schwächeren Staaten einen Anreiz beizutreten. Als
letzter Staat trat Hamburg im Jahr 1888 dem Deutschen Zollverein bei.
Es wollte sich einen Freihafen sichern, was ihm schließlich auch
gewährt wurde.
Der Deutsche Zollverein erwies sich als außerordentlich effiziente
Organisation. Sie erleichterte den Handelsverkehr, förderte die Einheit
von Maß, Gewicht und Währung und kam dabei ohne wesentliche Bürokratie
aus. Der Zollverein trug wesentlich zur Einigung Deutschlands bei.
Seine Existenz endete zum Ende des ersten Weltkriegs, als mit der
Weimarer Reichsverfassung alle Zollangelegenheiten, die bis dahin
Ländersache waren, beim Reich vereinigt wurden.
Prof. Dr. Charles B. Blankart
Der
Deutsche Bund hat auf Gesuch des dänischen Königs am 8.6.1815 das
Herzogtum Holstein, später das Herzogtum Lauenburg aufgenommen,
um von der Zollangleichung zu profitieren, was sich in letzter Konsequenz
als Eigentor herrausstellte. Wären die Herzogtümer nicht aufgenommen
worden, waren sie doch deutsche Lehen an das dänische Königshaus,
wären sie warscheinlich unter dänischer Verwaltung geblieben,
etwaige spätere deutsche Ansprüche hätten nie angemeldet werden können.
Im
Aufsatz über Friedrich von Esmarch liest man unter der
verbundenen
Seite
:
Bis
1840 hatten Sprache und Nationalität kaum eine Rolle
in der politischen Öffentlichkeit gespielt. In den beiden
durch den dänischen König gewährten Ständeversammlungen
in Itzehoe und Schleswig war man vornehmlich daran interessiert
gewesen, Fragen der Besteuerung, der Zölle und auch
der Erweiterung politischer Mitsprache zu erörtern.
Die Grenze verlief unter den Abgeordneten dabei noch
nicht zwischen Dänisch- und Deutschgesinnten, sondern
zwischen den Fortschrittlich-Liberalen wie Theodor Olshausen
und Peter Hiort Lorenzen und den erklärtermaßen Konservativen
wie dem Herzog Christian August von Augustenburg.
Achtunddreißig
Jahre nach der Abschaffung der Leibeigenschaft, wollte man über
die Köpfe, der nun von der adeligen Bevormundung befreiten
Menschen hinweg entscheiden, sich einem feudalistischem dänischen
Herrschaftssystem zu unterwerfen, das zu dem aufgrund seiner aufwändigen Hofhaltung
für die Bewohner Schleswig-Holsteins zur Melkkuh des Dänischen Hofes
verkommen sollte. Der dänische König hatte die Rechnung ohne den
deutschen Wirt aufgestellt und erhielt die Qittung hierfür.
23. -
25 07.1844
Sängerfest in
Schleswig: Schleswig-Holstein-Lied und Blau-Weiß-Rot als Farben
Schleswig-Holsteins.
Schleswig-Holstein erhielt zum Sängerfest
eine Hymne und die Trikolore, die die national-patriotische Strömung
im Doppellande anzustacheln begann. Der Anfang zu einem Teil eines
deutschen Nationalstaates zu werden war damit zwar gelegt, aber noch
lange nicht realisiert. Der Kerngedanke im Vertrag von Ripen vom
5.3.1460 unter der Annahme "dat se bliven ewich tosamende ungedeelt"
ist den Beweis schuldig geblieben, ob dies auch gegolten hätte,
wenn sich der dänische Gesamtstaat mit Schleswig-Holstein vereinigt hätte.
Derlei nebulöses altes Recht für die Bildung der beiden Landesteile heranzuziehen,
kann heute nur noch als dubiose Verfügung angesehen werden.
Als
der Dänische König das schleswigsche Herzugtum in sein Reich Dänemark
staatsrechtlich
integrieren wollte, hatte er nicht mit dem schwelenden Widerstand
der schleswig-holsteinischen Bewohner gerechnet.
20.01.1848
Tod König Christians VIII. von Dänemark.Der dänische König Friedrich VII.
wurde unter Einfluss dänischer Nationalliberaler eine gemeinsame Verfassung
für das Königreich Dänemark und die beiden Herzogtümer Schleswig und
Holstein (Gesamtstaatsverfassung)
am 28.01.1848 zu erlassen, gedrängt.
Holsteinische
Sturheit gepaart mit dänischem Diktat führte wohl zwangsläufig in
die Katastrophe. Es waren sprachliche, soziale, ethnologische (=volkskundliche)
und ökonomische Differenzen vorhanden, die mit einem Staatsvertrag
allein nicht hätten geregelt werden können und eher einer vorherigen großen
einvernehmlichen Verwaltungsreform bedurft hätten.
Alle Bemühungen die
dänische Herrschaft abzuschütteln waren mit massiven Schwierigkeiten verbunden,
die mit Beginn der Märzrevolution von 1848 begannen, worauf diverse
Schlachten folgen (Düppel, Rendsburg, Seegefecht bei Eckernförde
usw.) und durch Einschaltung des Deutschen Bundes zum
Pseudosieg der dänischen Seite wurde. Am 29.7.1852 gingen die Herrschaftsrechte
für das Hzt. Holstein mit Zustimmung des Deutschen Bundes an den
dänischen König über. In der Zeit zwischen 1848 und 1852 wurden die einstgen Revolutionäre
und Kämpfer für die schleswig-holsteinische Sache von der dänischen
Polizei gejagt. Einigen wenigen gelang die Flucht über den
"Großen Teich" in die Vereinigsten Staaten von Amerika
(=USA).
Erst durch
die Einnahme des Hzt. Schleswig durch das Schlachten im Deutsch-Dänischen
Krieg durch preussische und österreichische Truppen vom 01.02.1864
- 30.10.1864 kann von der Errichtung Schleswig-Holsteins gesprochen
werden.
Durch einen Zufall erfuhr ich
von meiner Frau, die im Redaktionsbereich der evangelischen Kirchenzeitung
""
als
Redaktionsassistenz tätig ist, dass es eine Gilde in den USA gibt
- ein ausliegendes Büchlein - enthielt die Internetadresse
und Homepage jener Gilde, die mir half die Kontaktaufnahme zum Präsidenten
der Schützenpark Gilde, Kory Darnall, zu realisieren.
Das Thema trotz der historischen Abfolgen, bezieht
sich auf das Gildewesen, was den meisten schleswig -holsteinischen
Gildebrüdern im Amerikakontext recht eigentümlich vorkommen wird,
fast unglaublich, aber wahr.
Die politischen Auswanderer
nahmen die positiven Erungenschaften
ihrer schleswig-holsteinischen Heimat mit in diese neue Welt und
transformierten sie für ihre neue Heimat, denn von einer deutschen
Heimat konnte bis 1864 noch nicht die Rede sein, wohl aber von
einer deutschsprachigen. Einige von ihnen landeten in Davenport im Bundesstaat IOWA.
Low German (= engl. Niederdeutsch) oder besser bekannt als Pattdüütsch
wird in der Region um Davenport noch von den Älteren gesprochen.
IOWA gehört zu den Bundensstaaten, die man
als den Mittleren Westen der USA bezeichnet, der das bevorzugte Zuzugsgebiet
deutscher Einwanderer wurde.
In der Stadt Davenport im Bundesstaat IOWA
gründeten 1870 die Kämpfer für Recht und Freiheit (1848 - 1850)
die Schützenpark Gilde. Der Sitz der Regierung des Staates
IOWA ist die Stadt DES MOINES, "Demoin" gesprochen. Als
Schleswig-Holsteiner könnte man glatt vermuten, dass er von unserem Gruß
"Moin Moin" abgeleitet ist. Vieleicht war es so: "What
means the moin?" - Natürlich reine Spekulation, bin ja kein
Sprachenexperte, aber Des Moines hört sich irgendwie französisch
an. Davenport ist die Heimat eines
der berüchtigsten Landmaschinenhersteller, die man hier auf den
Landstraßen im Grüngelben Kleid bewundern kann, die Rede ist von
John Deere Schleppern.
Klicken
Sie auf das Siegel
der Stadt Davenport, um mehr Information zu erhalten!
In der Nähe von Davenport liegt
der Ort "Blue Grass", ob von dort die berühmte Volk-Musik
des Mittleren Westens stammt, die man Bluegrass-Musik bezeichnet,
die sie auf dieser Seite dudeln hören, vermag ich nicht zu bestätigen.
Als Hauptelemente dieser Musik wird das Banjo und die Fiedel (Geige)
verwandt.
Zu Beginn meiner Recherche
gab es nicht besonders viel Bildmaterial über Davenport, wohl auch
versus terroristischer Aufklärungsabitionen, wurde nicht allzuviel
Information im Netz preisgegeben. Durch die intensive Brieffreundschaft
per Email mit Kory Darnall habe ich sehr viel in Erfahrung bringen
können.
George
Davenport - Stadtgründer
Einst war die Schützenpark Gilde mit einer
Schützenmannschaft verbunden und der turnerische Aspekt war stärker
in den Gründungsjahren vertreten. Aus dieser Zeit gibt es viele
interessante Bauten im Park.
Schützenhaus
und Pavillion mit Preisepyramide
(c)
Patrick Collins - Straßenbahn-Wartehäuschen
um 1911 - Lithographie
Aus
der Broschüre der Schützenpark Gilde
Willkommen
Wir begrüßen Besucher im
Schützenpark bei Tageslicht
von Mai bis November. Beim
Verlassen des Parks sollIten Sie
mitgebrächte Gegenstände
mitnehmen. Sie werden zudem
freundlicherweise gebeten,
diesen Schauplatz zu schonen,
indem sie Wildtieren, Pflanzen
und Gegenständen keinen
Schaden zufügen. Gehwege
sind genau einzuhalten.
Fahrräder und motorisierte
Fahrzeuge sind im Park nicht
zugelassen. Besucher sind auch
willkommen, die Auslagen von
Erinnerungsstücken des
Schützenparks zu besichtigen
im Atrium des Heritage Courts.
am Schützenpark,
3401 Schuetzen Lane,
Davenport,
Iowa.
Die Geschichte des Parks
Dieser Schauplatz birgt zahlreiche besondere
Andenken für Generationen einheimischer
Deutschamerikaner und anderer Einwohner der Region. 1870 legte die
Schützengesellschaft Davenport (später
Schützenverein genannt) diesen Schützenpark an - als Zielkorridor für die Schießkunst mit dem Gewehr. Neben den Schützengebäuden gehörten zum Park ein
Gasthof, eine Tanzhalle, ein Musikpavillon, ein Zoo, Bowlingbahnen, eine
Achterbahn, Erfrischungsstände, ‘ein Sportplatz und Picknickzonen. Nicht weniger
als 12 000 Leute besuchten den Park bei Großveranstaltungen an einem einzigen Tag.
Die Popularität des
Schützenparks begann um 1917 nachzulassen, als die antideutsche Stimmung des Ersten Weltkrieges die Aktivität der Deutschamerikaner
beschränkte und zum Verbot führten, öffentlich deutsch zu sprechen. Viele
Geschäftsleute und Organisationen änderten ihre deutschen Namen. Zeitweise erhielt der Schützenpark
den Namen Forstpark (Forest Park). Der Schützenverein Davenport wurde entsprechend seinem englischen Pendant bekannt:
Davenport Shooting Association (Schützengesellschaft Davenport).
Dem
Park widerfuhr 1919 noch ein ernster Schlag, als das Prohibitionsgesetz die Herstellung und den Verkauf von alkoholischen Getränken verbot, die eine
Haupteinnahmequelle des Parks gewesenwaren. Der Park wurde 1923 verkauft und Baugrund des Chiropraktisch-Psychopathischen
Sanatoriums. Die Davenport Shooting
Association nutzte den Park nach dem Verkauf
von 1923 weiterhin für viele Jahre. Allerdings hat die Gesellschaft heute ein neues Gelände bei Princeton
in Scott County.1960 fiel ein
Großteil des Besitzes erneut in die Hände des Davenport Good Samaritan
Center.
Was heute von diesem besonderen Schauplatz
bleibt, ist als Wildpark erhalten. Der einzige
übrig gebliebene Originalbau des Parks ist das
Straßenbahn-Wartehäuschen von 1911, das die
Stadt Davenport 1998 zu eimem "local historic
landmark" (lokale historische Sehenswürdigkeit)
erklärte.
Die Davenport Schützenpark Gilde
Bitte!
Bitte, lärm nicht kreuz und quer
auf und ab im Wald umher,
wozu gibt es sichere Wege?
Denk an's Wild und seine Hege!
Zugleich bitte ich um's eine:
Häng dein Hündchen an die Leine!
Furchtbar ist des Feuers Macht,
darum gib auf Zündholz acht!
Speisereste, Gras, Papier -
bitte, laß das doch nicht hier,
zu Natur, und Umweltschutz
paßt kein Abfall und kein Schmutz!
Danke!
Park 700 Waverly Rd. Davenport, IA 52804
Behörde 3401 Schuetzen Ln. Davenport, IA 52804
www.schuetzenpark.info
Postkarte
vom Kreis Turnerfest vom 25-28.06.1908 im Schuetzen
Park Pavillon
Es
gab eine auf dem Gelände eine riesige hölzerne Achterbahn, die sich
aufgrund von Baufälligkeit nicht bis in unsere Zeit erhalten hat.
Die Dimensionen der Bauten sind für die Quasi Gründerzeit der USA
bezeichnend, immer etwas größer als in Europa. Dennoch ergeben sich
Parallelen, kann man sie mit der gelebten Harmonie unserer in Schleswig-Holstein
ansässigen Zweckbauten unserer Gilden mancher Orts vergleichen.
Zum
Anlass der 150 Jahrfeier zum November 2002
hat man einen Gedenkstein aufgestellt (Kory Darnall
- Präsident Schützenpark Gilde, Elisabeth Eichner -
Päsidentin der Nord West Turner Gesellschaft, Dr. Joachim
Repmann - Dozent und Historiker)
Die
Turner und auch
die Schützen spalteten sich von der Gilde ab, nutzen aber weiterhin gemeinsam den
Park und bildeten eigne Vereine. Die Schützenpark Gilde kümmert
sich ausschließlich um den Erhalt der Naturlandschaft und plant
ein Vogelschießen nach schleswig-holsteinischem Vorbild durchzuführen.
Zeichen
der Verbundenheit, wie unsere Gildeabzeichen etwa, heftet man sich
unter das Revers und das sieht dann so aus:
"Forty-eighters" - Denkmal
Davenport/Mississippi, Iowa
Einweihung 30. März 2008
Die Mississippi-Stadt Davenport ist seit 1847 das Zentrum der schleswig-holsteinischen Einwanderung in Amerika.
Die mit Abstand interessanteste Einwanderungsgruppe sind die demokratischen Freiheitskämpfer von 1848. Sie scheiterten im Kampf gegen Dänemark und konnten in Norddeutschland keine republikanischen Verhältnisse einführen. Diese großen Söhne unseres Landes waren ihrer Zeit weit voraus und hatten damals schon Amerika als Vorbild.
1898, zum 50. Jahrestag, - in Erinnerung an die demokratische Revolution gegen Dänemark 1848 - , wurde von den „Forty-eighters“ bereits ein Denkmal am Mississippi errichtet, das dann der „Anti-German Hysteria“ am Ende des Ersten Weltkrieges zum Opfer fiel und 1918 zerstört wurde.
Nun hat die American / Schleswig-Holstein Heritage Society (1989 von Dr. Joachim Reppmann gegründet; kein anderer Bundesstaat hat in USA solch eine Lobbyorganisation mit über 1000 Mitgliedern) und der „Schützenpark“, (1995 vom jungen Präsidenten Kory A. Darnall gegründet) Geld gesammelt und am ursprünglichen Ort in Downtown Davenport, unweit des German Heritage Centers, ein Denkmal errichtet.
Es wird am 30. März 2008 um 13 Uhr feierlich eingeweiht. Mit den 1848ern besteht eine demokratische Tradition in Europa und Amerika, die fast unbekannt ist; unser heutiges Grundgesetz geht in wesentlichen Formulierungen auf die 1848er zurück.
Nach 30 Jahren 1848er Forschung würde ein Traum in Erfüllung gehen, wenn vor der Festrede von Dr. Joachim Reppmann, S.E. (=
Seine Exelenz) Botschafter Dr. Scharioth ein Grußwort sprechen würde.
Rechts
unten der Fahne findet man 4 gespiegelte "F",
das man als das sogenanntes Turnerkreuz bezeichnet,
welche durch das Motto: " Frisch, Fromm, Fröhlich,
Frei" durch den Vorturner Friedrich Jahn geprägt
wurden.
Kory
Darnall, Präsident der Schützenpark Gilde (vgl. Ältermann
hiesiger Gilden)
aus:
Davenport Turn-Gemeinde "150 Jahre" Jubiläums
und Liederbuch 1852-2002
Man kann mit Fug und Recht
die Behauptung aufstellen, dass der Samen des Befreiungsgedanken
mit den Turnern und Sängern gelegt wurde.
Um
auf die Geschichte Schleswig-Holstein's zurückzukommen, ging es
wie folgt weiter:
Zunächst übernahmen die beiden Siegermächte die Besetzung und Verwaltung des
gemeinsamen Eigentums. Im Vertrag von Gastein (Österreich)
vom 14. August 1865 erhielt Preußen das Herzogtum Sachsen-Lauenburg und das Herzogtum Schleswig, Holstein fiel an Österreich. 1866 besetzte Preußen Holstein.
In
Schleswig-Holstein wurden nun Doppeleichen gepflanzt,
das künftig als Symbol der endlich vereigten
Landesteile Schleswig und Holstein herzuhalten hatte
und deren Ereignis künftig stets gedacht werden sollte.
Im Laufe der Zeit ergab es sich aber, das in manchem
Dorf der eine Stamm der Eiche verkümmerte oder die Krone
durch Windbruch oder Fäulnis vernichtet wurde. Auch
an solchen Bäumen werden gelegentlich Kränze im Gedenken
niedergelegt.
Um
den extremen Bedarf an Doppeleichen zu decken, spezialisierte
sich eine Berliner Baumschule auf die Verpaarung der
Eichensetzlinge. Denn die Doppeleiche ist keine besondere
neue Baumart, sondern es sind zwei Eichensprößlinge,
die paarig gebunden und eingetopft wurden und bei ensprechender
Wuchsgröße feierlich und mit großem Brimborium
umgepflanzt wurden.
Mancherorts
existiert sich so ein Exemplar nebst Gedenkstein. -
Im Kieler
Stadtteil Wellingdorf findet sich ein solch Kuriosum
nebst mikrigem Gedenkstein im Park neben der kleinen
Schwentinebrücke.
Nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 wurde Schleswig-Holstein 1867 als Ganzes eine preußische Provinz.
Im Gegensatz zu den ursprünglichen Hauptzielen der meisten deutschen
Schleswig-Holsteiner - Loslösung von Dänemark und Mitgliedschaft als
eigenständiges Staatsgebilde innerhalb des Deutschen Bundes -
erreichten die Herzogtümer also nur die Loslösung vom Dänischen
Gesamtstaat, nicht jedoch ihre Unabhängigkeit.
Dies war der formale Grund für den Deutschen Krieg,
in dessen Folge Preußen Holstein annektierte und aus allen drei
Gebieten 1867 die preußische Provinz Schleswig-Holstein bildete.
1871 wurde das Deutsche Reich gegründet. Die Schleswig-Holsteinische Frage war ein zentraler Aspekt der Politik
Otto von Bismarcks, die schließlich zur Reichseinigung führte.
Erst sehr viel Später, durch die im frühen
19. Jh. folgenden Landreformen wurden die Gutsbezirke aufgelöst
und die Eigentumsverhältnisse gewandelt.
Abgeschlossen wurde die völkerrechtliche Auseinandersetzung mit Dänemark jedoch erst 1920, als unter dem Druck und der Aufsicht der Siegermächte des Ersten Weltkriegs die im Vertrag von Prag 1866 zwischen Preußen und Österreich festgeschriebene Volksabstimmung in den nördlichen Teilen Schleswigs stattfand.
DasGenossenschaftsgesetz vom 20. Mai 1898 deren Initiatoren Hermann Schulze-Delitzsch (* 29. August 1808 in Delitzsch; † 29. April 1883 in Potsdam) und Friedrich Wilhelm Raiffeisen
(* 30. März 1818 in Hamm (Sieg); † 11. März 1888 in Heddesdorf, heute Neuwied)
als Mitbegründer, haben den genossenschaftlichen Gedanken als
sozial-ökonomische Bertriebsform gesehen, von denen man ökonomiewissenschaftlich
zwischen Fördergenossenschaften 1) und Produktionsgenossenschaften
2) unterrscheidet.
1)
Die Mitglieder sind zugleich entgeltliche und oder dingliche Nutzer (Naturalien)
der kooperationsbetrieblichen
Leistungen (Abnehmer, Lieferant), Miteigentümer (Träger von
Willensbildung und Kontrolle), sowie Kapitalgeber.
-
Während in einer Gilde die entgeldliche Nutzung der kooperationsbetrieblichen
Lasten und Leistungen im Vordergrund stehen mit den Ausnahmen traditionsbedingter
dinglicher Vorteile.
2)
Produktivgenossenschaften beinhalten ein Unternehmen in der Genossenschaft, das für die Mitglieder als Erwerbsquelle dient.
So gesehen kann vom genossenschaftlichen
Gedanken der Gilden nicht gesprochen werden, da die Rechtsform der
Genossenschaft nach der Erfindung des Gildewesens kam und achtundsiebzig
Jahre nach der Auflage des Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit.
Genossenschaft und Gilde miteinander vergleichen zu wollen, ist so
wie die Übereinstimmung von Birnen und Äpfeln herbeireden zu wollen.Wohingegen das Zunftwesen und Gildewesen
eine weitaus größere Schnittmenge zu bieten hat, wenn man sich der
pädagogisch nutzlos gewordenen Mengenlehre bedient.
Als Schlußwort
mag das Sprichwort herhalten: "Was lange währt, wird endlich
gut! - Ich hoffe auch dieser Artikel, an dem ich schon ziemlich
lang saß, zu überlegen, wie was zu verknüpfen sei.