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Der Ursprung der historischen Forschung

Die Historie nimmt ihren Anfang aus den Justizwissenschaften, welche ihrerseits Geschichtsfälschung im besonderen Kontext einer auf dem Recht begründenden und herleitenden Legende von Sachverhalten auf den Grund geht und in der Vergangenheit zu gehen versuchte und zum Teil auch ergründete, ob und in wie weit Schwindel und oder Wahrheit auf Justzias Waage in welchem Spielraum des Bemessens auspendelte.

Wenn man heute den pergamentarischen Siegelschwur von Ripen betrachtet, gab ein Dänenkönig vor „das sie niemals getrennt werden dürften“; die Herzogtümer Schleswig und Holstein waren gemeint. Das galt staatsrechtlich als Vorgabe für die ihm erblich nachfolgenden dänischen Herrscher.

Die Schleswig-Holsteiner pochten stets auf diese Verbundenheit und waren allesamt deutschsprachig, was so nicht stimmt. Es wurde Niederdeutsch gesprochen und ein niederdänischer Dialekt. Nationalgeprägte Turner- und Sängerfeste waren die Verführer, die unseligst die Schleswig-Holstein-Hymne gebar. Denn irgendwie verstand man sich trotzdem, bis zur Erhebung 1848 wo der Nationalpatriotismus die deutsche Sprache zum Vehikel machte. Der Einmarsch österreichischer und preußischer Truppen nach Schleswig-Holstein war das Ende eines Schleswig-Holsteinischen Traumes nämlich eine separate Republik nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika auszurufen. Die von Preußen ausgehende militärische Okkupation von 1866 der Stadt Königgrätz führte zum Abzug der österreichischen Truppen aus Holstein, spaltete Österreich vom Deutschen Bund ab und lutherisierte das sich neu bildende Staatsgebilde. Weil es der Reichskanzler Otto von Bismarck 1870/71 bei der Reichsgründung mit Dänemark so verhandelte, ging ab 1920 jener Nordschleswig’scher Teil per Volksabstimmung des Herzogtum Schleswig an Dänemark zurück. So lange das Zweite Deutsche Reich bestand, blieb es beim Siegelschwur. Mit dem Zusammenbruch des Wilhelminischen Kaiserreiches wurden die Nordschleswiger abtrünnig, was uns heute eine dänische Minderheit in Südschleswig erbrachte und Dänemark eine Deutsche Minderheit in Nordschleswig. Die Jütische Halbinsel ist Heimat von Dänen und Deutschen gleichermaßen. In Europa wird es endlich unwichtig, wer wo herkam und vermeintlich hingehört. Dort wo Frieden unter den Völkern herrscht prosperiert Handel, Wirtschaft und Völkerfreundschaft. Jeder Krieg der geführt wurde, bombte die Menschheit zu jeder Dekade in die Steinzeit zurück. Es gilt nationalistische Bestrebungen im Keim zu ersticken und die daraus hervorgehende nationale Volksdummheit auszumerzen.

Auch heute noch sind Juristen Fallhistoriker, die nach zu vollziehen suchen, wie ein (Tat-)Hergang sich so realistisch und lebensnah als möglich greifen lässt, in seiner zeitlichen Abfolge so exakt als möglich in Worte fassbar formulieren lässt. Wobei Kriminalkommissare mit dem Zusammenhang einer Tat zuerst konfrontiert sind und diese oft unfassbaren Sachverhalte für die Staatsanwaltschaft um kriminologische Formulierungen ringen, ehe es versachlicht wird und späterhin weitestgehend gerichtlich beurteilt werden kann.

Die Fachtermini (=Fachsprache) zwischen Historikern, Juristen und Kaufleuten scheint eng miteinander verknüpft zu sein, denn überall wo es sich um Urkunden und Verträge (früher Kontrakte) dreht, geht es um einzuhaltende Fristen, Termine und Zeitspannen. Auch die behördliche Administration leistet sich aus ähnlichen Gründen und der hoheitlichen Aufgabenstellung die verbalisierte Amtsanmaßung klausulierter Ressortsprachen , um dem unbedarften Bittsteller abzukanzeln, was über Jahrhunderte hinweg gewollte Masche war. Erst mit dem vermeintlich aufgeklärtem Bürger verschwanden Barrieren und Schalterverglasungen. Heutige Behörden versuchen sich an einem annehmbaren Schriftdeutsch, dass es jeder Depp bitt‘schön verstehen möcht‘.  

Von der Sippe bis zur Gilde

Die Anfänge der Gilde, wenn man sie bis dato überhaupt so bezeichnen kann, sollte nach Auffassung der national-patriotischen Forschung der 20er Jahre und der vor-national- sozialistischen Forschung
(Pfuiteufel!) Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts, auf die germanische Sippe zurückgehen.

Die vorchristliche religiöse Vorstellungswelt der Antike (Griechenland, später Rom) ist geprägt durch den Polytheismus, der Germanischen Frühzeit durch Druiden, Schamanen und Seher ihre Verbreitung fand. Das Druidentum kannte keine Schrift und basierte auf mündlicher Überlieferung. Die Runenschrift war den adligen vorbehalten, wovon es keine Schreibschrift gab und keine Medien, außer Stein und Holz, die die Schrift erhalten konnten. Die Druidenausbildung dauerte 15 Jahre und deren Zusammenkünfte fanden so oft zur Sonnenwende
(=Zeitpunkt , in dem die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres den größten nördlichen und oder südlichen Abstand vom Himmelsäquator erreicht) statt, wo man etwaiges Kalendarium für die Pflanz- und Erntezeit neu ausrichtete, weil es an exakter Mathematik zur Bestimmung eines Monatskalendarium nicht gab und man erkannte, was der Schatten der Sonne geschlagen hatte. Die erst kürzlich Kunstdieben entrissene Sonnenscheibe von Bebra muss aus dieser Zeit stammen, wo Bilder mehr Aussagekraft vermittelten als etwaig vorhandene Schrift; eher nicht als der Sonnen-Mond und Sternen-Comic aufzufassen, sondern eher als bildhafte einfache Gebrauchanweisung eines simplen Sternenobservatoriums.

Der Lauf des Lebens wurde vom Fischen, Jagen und Sammeln, vereinzelt durch das Ergebnis aus agrarischem Versuch und Irrtum bestimmt, wie vermutet wird. Der Faktor Tausch und nicht Handel dominierten den Mangel etwaiger Bedürfnisse im germanischen Lebensraum, so dass es auch hier zu stammesartigen Raubzügen kam, die man, durch Kampfhandlungen beschädigter Gebeinfunde, grabungstechnisch und frühgeschichtlich nachwies.

Viele Götter hatten nicht nur Griechen und Römer, sondern auch die germanischen, normannischen und wikingischen Stämme, letzterer welcher mit seiner Walhallasage dem Zeus-Epos in nichts nachstand.

Der Zerfall des Römerreiches begann mit dem Einfall der Hunnen, die die größte zusammenhängende Volksgruppe der Goten vor sich her trieben und so eine Völkerwanderung größeren Ausmaßes quasi von Hinten anschoben.

Bumm! Irgendwo dazwischen Christi Geburt und seiner Kreuzigung wahrscheinlich im Jahre 40 n. Chr.! Welche Zeitrechnung hatten eigentlich die Römer(julianischer Kalender 41 v. Chr. Nach Julius Gaius Cäsar), die Juden und Araber? Bezieht man die nachchristliche Menschheitsgeschichte auf die bisher 2 vergangenen Millennien so ist das erdgeschichtlich ein Furz! 

Einer einsetzenden Christianisierung, die durch Flavius Theodosius „Theodosius der Große“, „Gotenfreund“ (347 - 395) originär initiiert wurde durch den Ausschluss der Vestalinnen (römische Tempelpriesterinnen der Göttin des Herdfeuers) vom Entgeltbezug, er verbot Opferdarbringungen jedweder Art und ließ die ersten christlichen Klöster errichten, was zur Heidenverfolgung führte.

Viertausend Jahre meinte die altrömisch-katolische Kirche sei die Menschheitsgeschichte alt, was sich auf das Land der Pyramiden bezog. Wenn man sich auf die Kulturen von Negade (Naquada) und Badari von 4500 v.Chr. berufen mag war Annahme der alt-römischen Kirche auch schon untertrieben. Ötzi hat ungefähr 3309 v.Chr.  gelebt. 11.500–9500 v. Chr. - Natufien, benannt nach dem Fundort in der Schubka-Höhle am Wadi an-Natuf Palästina, mit einer Jäger, Sammler und Fischerkultur.  Wenn die altrömische Kirche allwissend gewesen wäre zu sein, hätte sie dies zum Besten geben können, wie alt die Menschheitsgeschichte wirklich ist.

Die Lebensart, dieser Menschen im Steinzeitalter wird erst rekapitulierbar durch die Interpretation von Artefakten (kulturelle Hinterlassenschaft in Form von z. B. Steinwerkzeugen, Knochenabfall usw.), das Bewusstsein jener Menschen wird jedoch nicht erfahrbar, weil es keine Aufzeichnungen gibt, weder Höhlenmalerei noch Steinritzungen.  

Mit den Klostergründungen begann sowohl das Schrifttum und das alt-römisch-katholische Bruderschaftswesen zu entstehen. Die Schrift war nur wenigen vorbehalten, die Mönche, die als Kopisten arbeiteten und teilweise nur von einem Manuskript auf ein anderes Manuskript Buchstaben kaligrafisch übertrugen, ohne den näheren Sinngehalt der Letter, noch des Wortes dem Sinn nach zu erfassen, wie neueste Forschung nachwies, mit dem Ergebnis völlig sinnentstellter, teilweise verrutschter Passagen.

Denn man schrieb Latein, Deutsch gab es wohl als Mittelhochdeutsch und als Wirrwarr sozio- und dialektischer gebietsverflochtener Umgangs-sprachen. Regional gesehen wird der Bayer keinen Niederdeutschen verstanden haben und umgekehrt.

Theodosius d. G. war von 379 n.Chr. bis 394 n.Chr. Kaiser im Osten des römischen Reiches und ab Ende 394 letzter Kaiser des Gesamtreiches. Der einsetzende Zerfall wurde historisch im 4. Jahrhundert als Spätantike definiert. Nach seinem Tod 395 führte die damit verbundene Aufteilung des Reiches in zwei Herrschaftsbereiche unter seinen beiden Söhnen jedoch letztlich zur endgültigen Trennung in ein Weströmisches (Hauptstadt: Rom) und ein Oströmisches Reich (Hauptstadt: Byzanz), heute Istambul.

Mit dem Machtvakuum durch den Zerfall der Herrschafts- und Gesellschaftsstrukturen in allen römischen Provinzen verfiel Recht und Ordnung in Willkür und Gesetzlosigkeit.  Der Zerfall des römischen Reiches wurde durch die Hunnen eingeleitet, die durch den Anschub der Völkerwanderungen viele Volker zu Heimatlose werden und die Vandalen in Ägypten in der Kornkammer Rom’s Fuß fassen ließ; somit in Rom Hungersnöte auslöste. Militärische, politische Misserfolge in Verhandlungen mit den Vandalen führten zum Untergang ROM’s. „Alles hat seinen wirtschaftlichen Grund!“

Im 5. Jahrhundert begannen islamischen Umtriebe deren religiöse Ausbreitung mit Glaubenskriegen im Inneren und Äußeren ein her gingen, um die jeweils rechtmäßig anmutenden religiösen Führungsansprüche der muslimischen Richtungen (Schiiten und Sunniten) kriegerisch festschreiben zu wollen, um die Nachfolge der wahren und reinen geistigen Lehre Mohammed‘s eindeutig dokumentiert zu wissen. Der Streit dauert bereits über die Jahrhunderte an.

Die Omaijaden entstammen einem religiös kriegerischem Exodus, die eine Dynastie von Kalifen, die von 661 bis 750 Oberhäupter des sunnitischen Islam waren. In Südspanien um 711 wurde das Westgotenreich von den über Marokko eingefallenen Omaijaden besetzt, die bis über die Pyrenäen ins Frankenreich mit Raubzügen bis an die Loire und nach Burgund vordrangen. Nach ihrer Vertreibung aus dem Orient gründeten sie 756 das Emirat von Córdoba.

Das frühe Mittelalter begann im 8. Jahrhundert, wo alsbald die Franken unter Karl Martell dem Großvater von Karl dem Großen (Herrschaftszeit: 714 - 741) von sich Reden machten und die Vertreibung der Omaijaden (man spricht auch von Mauren) militärisch forcierten, so wurde der Islam aus Südfrankreich verdrängt.

Es sollte bis ins 12. Jahrhundert dauern bis die Reconquista die Mauren und den Islam aus Spanien vertrieb, was allerdings auch zur Christianisierung über die Inquisition und Scheiterhaufen und der gezielten Semitentaufe sowie hinsichtlich der nicht konvertierenden Juden zur Vertreibung dieser führte. Ein Teil der Vertriebenen siedelten sich als Kaufleute und Händler in den spanischen Niederlanden an; z.B. Antwerpen. (Wo auch heute noch das Diamantengeschäft von jüdischen Kaufleuten und Steinschleifern weiter dominiert werden wird.)  

Mit dem Kapitular von Herstal fußt die Annahme, dass der Beginn des Gildewesens Anno 779 seinen Anfang nimmt. (Von denen, die sich gegenseitig in Gilden Eide leisten: dass niemand sich unterstehe, das zu tun. Anderes soll aber gelten für ihre Almosen oder bei Feuersbrunst oder bei Schiffbruch. Auch wenn sie Vereinbarungen schließen, soll niemand sich unterstehen, dabei einen Schwur 0) abzulegen.)

Der bis Dato einzigste eidliche Zusammenschluss galt einer handeltreibenden, fränkischen Gilde zu Herstadt (Geburtsort v. Karl.d.G. in Belgien) welche nicht gegen das Kapitular 1) (Reichsverordnung) eine Schwurbruderschaft zu sein, verstieß, sondern die Idee der beistandsgewährenden Einigung vertrat sowie idealisiert nonpastoral (ohne Priester) den christlichen Glauben zu verbreiten suchte.

Dieser strafwürdige Schwur kann bei genauerer Betrachtung nur als gegen die 10 Gebote verstoßender Eid aufgefasst werden, wenn man den historischen Zusammenhang betrachtet.

Jedoch meint man heute den Ursprung der Schwurbruderschaft in anderen Zusammenhängen zu begreifen, nämlich in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, womit sich Unverständnis und Intoleranz paart und verbietet, was nicht sein darf, nicht sein kann.

Dabei ist der schwule Bruder oder die lesbische Schwester nicht erst ein Erscheinungsbild unserer Tage, sondern schon sehr viel älter. Es kann durchaus angenommen werden, dass sich gleichgeschlechtliche ausgerichtete Wesen nur noch im Schutze der Klöster verbergen konnten, um nicht verfolgt zu werden und oder zu Tode zu kommen. 

Auch saß die altrömisch-katholische Kirchenadministration noch nicht so sehr fest im Sattel, sondern war aufgrund der bis dato noch recht verbreiteten Wechselgläubigkeit ausgesetzt einer Mischform aus christianisiertem und Aberglauben, Okkultismus und Beschwörungsriten.

In den Moor- und Seenlandschaften ganz Norddeutschlands und Dänemark fanden Wasserarchologen für weiblich und männlich zu haltende Götzenfiguren aus umgedrehten übermannsgroßen Astgabeln, die in die Moor- und Seeufer eingerammt waren, was durch die Dendrologie (=Baumwachstumsringaltersbestimmung) zweier nah beieinander befindlichen gleichartiger und altriger, hölzerne Rundstücke nachgewiesen wurde. Man vermutet, dass sie als kultische Götzen der Gebetsplätze gedient haben mussten.

Wogegen Kirche à König als göttlich bestätigt; etablierte und König à Kirche gegen Unglauben zu schützen suchte, entstand absolutistische Willkür, Machtmissbrauch und Volksverdummung solange in Latein gepredigt wurde.   

Der geschichtswissenschaftliche Hintergrund der Gildenbildung fußt in annehmbarer Weise ebenso auf dem Sachverhalt des Zwischenspiels der kriegerischen Auseinandersetzung und daraus resultierenden nachrangigen Misserfolge Karl des Großen im Kampf gegen die Sachsen, im heutigen Niedersachsen um Aller und Verden. – Unterhalb Hamburgs Grenzen, an der linken Elbeseite sind noch Bodenformationen, als Limes Saxonia, gegen die widerspenstigen Sachsen auszumachen.

Eine organisierte Sippe als sozioökonomisches Gespinst, welche den Eigenheiten vieler bäuerlichen Großfamilien nebeneinander im lockeren Verbund lebend, entspräche, wo alle Generationen beteiligt, beschützt und behütet bleiben, quasi von der Wiege bis zur Bahre, wäre nachvollziehbar als der abstrakte Uridealtyp der Gilde.

Weil der gesamte Teilstamm seine verwundete Gemeinschaft hinsichtlich der erlittenen materiellen Schäden und vernichteten Lebens, zum einem mit Gütern zum anderen mit zur Verfügung gestellter Ersatzarbeitsleistung anderer Sippenmitglieder auffängt und abfedert, so dass anfänglich keine Erfolge zu erzielen waren.

Diese vollzogene ökonomische Krisenstruktur war Teil der sächsischen Kultur und wurde nicht erst durch die kriegerischen Aktivitäten Karls initiiert, sondern waren bereits latent vorhanden.

Karl der Große (der Sachsenschlächter) unterwirft schlussendlich die Sachsen und ist der größte Widersacher der gildlichen Organisation, zeigt gerade diese Form der Schadenbegrenzung nach verheerend scheinenden kriegerischen Angriffen kaum Wirkung der Feindverletzung.

Dieser Erfolg bringt Karl dem Großen nachrangig die päpstliche Bestätigung und Krönung zum Kaiser, mit der er sich verpflichtet dem römisch-katholischen Glauben in seinem Reich verbreiten zu lassen und den Schutz des Klerus zu gewährleisten, die man hin und wieder als lästige Schmarotzer und Aufwiegler erschlagen wurden.

Nach der Christianisierung beginnt die sakrilegische Knechtung durch die altkatholische Kirche und ihrem Heiligenglauben, der die im Wechselglauben christianisierten germanischen Stämme durch die Substitution ihrer archaischen Götter auf die diversen Heiligen kanalisiert, um eine zwanghafte Bindung der Menschen an diese Kirche und Religion zu vollziehen. Viele Heidnische Heiligtümer sind mit Kirchen überbaut worden.

Die Kirche war bereits zu diesen Zeiten ein Wirtschaftsunternehmen, das weniger am Heil und Gutbefinden seiner Schafe interessiert war, als an ihrer Wolle. Das Ziel der Ausmerzung der Vielgötterei war die kontrollierte Lebenssteuerung der Untertanen und intellektuelle Versklavung und Ausbeutung ihrer Arbeitskraft und Wirtschaftsleistung.

Das unterentwickelte Sachsen verfügte nicht nur über Arbeitskraft, sondern auch Rohstoffe, die es auszubeuten galt. Im engeren Sinne Unmengen von Holz, Erze und Feldgestein, dass immer wieder für den Bau von Kirchen und Burgen gebraucht wurde. Hierbei sollten nach der Befriedung belehnte adlige Gefolgsleute, wie Karl d. Gr. hoffte, befasst werden, leider bestätigte sich deren Loyalität nicht, weshalb Kur-Bischöfe an die Stelle belehnter Vasallen traten.

Die Siedlung Haithabu kommt aufgrund mangelnden Schrifttums bei der Betrachtung des Gildewesens keinerlei Bedeutung zu: Zwischen 804 und 1066 ist dieser Ort an der Schlei, an der schmalsten Stelle zwischen Nord- und Ostsee, der zentrale Umschlagplatz im Warenverkehr zwischen dem europäischen Festland und den Rohstoffmärkten Nord- und Osteuropas; nach seiner Zerstörung Anno 1066 ist er nie wieder besiedelt worden.

Mit dem Niedergang Heithabus entsteht Schleswig. Schleswig ist entstehungsgeschichtlich die Mutter aller Gilden, auch wenn in Cambridge die ältestes erhaltenen Statuten existieren, war der Bezug jener nach Dänemark gerichtet und von dort gekommen.

Nur mit königlichen Freibriefen versehene Gemeinschaften waren letztlich in der Lage Herstellung sowie Veredelung, Transport und Vertrieb als Händler zu gewährleisten und mit eigener Gerichtsbarkeit gemeingültiges Handelsrecht zu schaffen, womit die Schutz-,Handels- und Seefahrtgilde fassbare Grundlagen eröffnete, die Städte zu Handelsmetropolen werden zu lassen.

Über Gilden wurde an diesem bedeutenden Handelsplatz des frühen Mittelalters nichts bekannt, dennoch ist zu vermuten, dass sie als Zelle des Handels vielleicht als Keim kleiner Zusammenschlüsse verschiedener Händlergruppen gewesen sein mag, gerade vor dem Hintergrund, dass diverse Volksstämme sich in Haitabu (Hedeby) versammelten und auch archäologisch sächsische Urnenbestattung entdeckt wurde.

Die folgende Karte verdeutlicht das Einzugsgebiet der gehandelten Waren und erste frühere (Early town) und spätere (Later town) Ansiedlungen in diesem Zeitfenster.

 

2) Karte:

 

Early Town

=

frühe Stadt

Later Town

=

spätere Stadt

Settlement

=

Siedlung

Trading centre

=

Handelszentrum

Royal capital

=

 ?

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Der schleswigsche Landesteil, der Knut dem Großen 3) vom deutschen Kaiser Heinrich III. (* 1017; † 1056), abgetreten wurde, stellte vermutlich eine Pufferzone gegen die aggressive Streitmacht dar, in der zu jener Zeit sehr starke Kampfverbände von Wikingern mit ihren gefürchteten Langbooten ihr Unwesen trieben. Auch die erste Ehe Heinrich des III. mit der Tochter Knud des Großen mag zur Landabtretung beigetragen haben. (Die Zeit der Wikinger gilt zwischen 516 bis 1066)

Zwischen 1014 und 1035 war der Däne Knut der Große (* 995, † 1035), König eines Reiches. Die Ausbreitung dieses Herrschaftsbereichs wurde durch Unterwerfung und Heirat erreicht. Sein Sohn Knut III., Hardiknut der Harte (* 1018, † 1042), König von Dänemark und England (1035–1042) war der letzte Herrscher Englands. Während Schleswig-Holstein als einheitliches Gebiet so nicht existierte, wie wir es heute kennen.

3) Karte

Nun erschließt sich die Entwicklung und Verquickung zwischen dem Staatswesen, der Administration und des Handel. Ohne Handel kein Markt, ohne Warenumschlag keine Liquidität und kein Wachstum ohne Geldverkehr. Die Entstehung der Marktgesetze ist naheliegend: Um so knapper oder wertvoller die Ware, desto teurer bezahlt man dafür. Die Besteuerung ward geboren, an der die Herrschaftsklasse schmarotzend partizipiert und wiederum aus diesen Pfründen Nachfrage generiert.

Zur Überwachung und Abschöpfung der Steuern dient auch heute noch Administration (=Verwaltung).

In England wurde die Bezeichnung des Ealdorman geboren, eal = Handel; dor ~ door = Tür; man = Mann, als Bindeglied zwischen König und Gilde, welcher im adligen Rang eines Jarl (altdänisch), bzw. Earl (englisch), Herzog (deutsch) seinen Dienst als oberster Hüter der Gildeschatulle bzw. Gildelade versah.

Die Gildelade war das verschließbare Schutzbehältnis für:

·        Gilderolle (Mitgliedsliste),

·        Gildeschatz (Trinkgefäße),

·        Pergamente (Kontrakte),

·        Siegel (Unterschrift der Gilde)

·        edelmetallische Zahlungsmittel (Geld).

Aus dem Ealdorman, über Aldermann (altniederdeutsch), Oldermann (niederdeutsch) hat sich der eingedeutschte Begriff des Ältermanns entwickelt.

Knud Lavard war der Ältermann der Schleswiger Kaufmannsgilde, der 1131 vom Sohn des König Niels Svenson (*1107; †1134), Magnus von Dänemark (*1064; †1134) in Haraldstedt bei Ringstedt ermordet wurde, damit die Erbfolge nicht durch den Vetter gestört werden konnte. Wobei K.L. Herzog von Schleswig war, weil er auf den Königstitel verzichtet hatte. Der Jarl erkannte die Wichtigkeit des Handels für die aufstrebende Entwicklung seines Herzogtums, was man ihm neidete und befürchtete seine Popularität könnte ihn vielleicht doch König werden lassen.  Die deutsche Ritterschaft zog gegen Magnus, der darauf 1134 im Kampf fiel. König Niels der vom Schlachtfeld floh und Unterschlupf in Schleswig suchte, wurde von der verschworenen Gemeinschaft der Schleswiger Kaufmannsgilde 1134 erschlagen.

Und nun wissen wir, dass der Jarl Knud Lavard (* 12.03.1096; †07.01.1131) ermordet in Haraldsted nahe Ringstedt und dort beerdigt, und am 25.6.1170 geheiligt aber später umgebettet (1196) in die St. Bendtskirche, zum Schutzpatron der Sankt Knudsgilde 5) zu Schleswig erhoben wurde.

Somit wird klar, wo der Ursprung des Nordeuropäischen Gildewesens seine Wurzeln hat, nämlich im einstigen dänischen Schleswig.

Die Angst des im Mittelalter lebenden Menschengeschlechts vor vermeintlich begehbaren Sünden, mit dem Tod und der damit verbundenen unbefleckten Seele vor dem Schöpfer ins Paradies eintreten zu können, war das höchste Gut, was arme, reiche, ungebildete und etwas gebildete beschäftigte.

Sie sahen sich verpflichtet, ihren Glauben und der damit verbundenen reinen Ausübung ihrer Gebete und keuscher Lebensgewohnheiten zu achten, sich abhängig von einer Priesterschaft zu machen, die ihr Leben zur Hölle auf Erden machten.

Die Sünde lebt in den Köpfen weiter, die von Kindesbeinen an durch familiäre und klerikale Religiosität fehlgeprägt wurden. Durch die Zivilgesellschaft wurde Sitte, Moral und Sünde durch Obrigkeit, Kirche und Staat geprägt, manifestiert und fixiert.

Glauben heißt ja auch nicht von ungefähr, nicht Wissen, gewiss jedoch ist, dass die Ungewissheit unser aller Tod, uns bitten(=beten) und hoffen lässt!

Durch die vermeintliche Sorge um Arme, Kranke, Verwirrte oder Irre und Sterbende setzte sich ein Bild von Kirche in den Köpfen der Menschheit fest, welches auch heute noch eine lukrative Erwerbsnische der christlichen Kirche darstellt, weil aus Pietät geschwiegen wird.

Emanuel Kant, ein Philosoph der der Aufklärung nannte Religion und Kirche selbst verschuldete Unmündigkeit. Wenigen Mitmenschen ist bekannt, dass die heutige römisch-katolische Kirche somit der sogenannte Vatikanstaat insbesondere der Papst als kirchliches Staatsoberhaupt, die Charta der Menschenrechte nicht unterschrieben hat.

Was spräche dagegen nach EU-Recht das Zölibat als völkerrechtswidrige Kirchenvorschrift zu bannen, schließlich unterliegt der Vatikan als pseudostaatliche Gebietskörperschaft auch europäischem Recht. Wenn man es noch genauer betrachtet, beruht ist die Konstantinische Schenkung auf Ersitzung und Betrug
.
Die Konstantinische Schenkung ist eine gefälschte Urkunde, die vermeintlich der römische Kaiser Konstantin I. ausgestellte. Die Päpste nutzten die Urkunde, um ihre territoriale Besitzansprüche die zu begründen und die christliche Vormachtstellung auszubauen und zu verfestigen.

Viele Rechtstitel und Besitzungen des Vatikans beruhen auf Intrigen, Hintertreibung, Unterschlagung, Fälschungen, Betrug und Schwindel. Und natürlich Stiftungen, mit gefälschten Siegel auf künstlich gealterten Pergamenten (=geschabten Tierhäuten). Die römisch-katholische Kirche ist nach wie vor ein Gaunerverein und alle vergangenen und noch kommenden Päpste waren und sind die Oberhäupter der ersten und ältesten Mafia.

Die Mafia, Camorra u.ä. letztlich nur ein Abklatsch dessen, was im päpstlichen Rom seit zwei Jahrtausenden durch die Kirche vorgelebt wurde; Korruption, Intrige, Schwindel, Gift-, Menschen- und Waffenhandel sowie Mord.

Durch die Ohrenbeichte wurden einst die Menschen im Mittelalter manipuliert und gegenseitig ausgespielt und bedroht mit glaubhaft gemachten (Wetter-)Katastrophen gefügig gemacht aufgrund ihres vermeintlichen unflätigen Lebenswandels o. ä. in einer der Kirche gelegentlich auch der Obrigkeit gedrängt, die unter einem freien Willen nie zustande gekommen wäre.

Die altrömische Kirche forcierte bei der frühen Christianisierung das Verbot von gildlichen Zusammenschlüssen vermeintlich abweichende Glaubensansätze, wie die durch die Intrige des Französischen Königs Philipp gegen den ehemals in Südfrankreich gelegenen Orden der Tempelritter. Jene aus Palästina zurückgekehrten Kreuzritter (Elitesoldaten der Kirche) als von einem Hochmeister geführten Bruderschaft nach dem letzten Kreuzzug zusammenkamen, mussten bemerkt haben, dass sie eher für Papstziele statt Glaubenszielen verheizt wurden.

In Deutschland ging aus dem Malteser Orden (römisch-katholisch) nach der Reformation der Johanniter Orden (evangelisch-lutherisch) hervor; beide Organisationen arbeiten heute partiell zusammen!

Nach der Hinrichtung des Hochmeisters der Tempelritter verstarben der französische König in einem Duell und der Papst nur wenige Monate später. Weder die französische Krone, noch der Vatikan waren in der Lage sich das Vermögens der Templer zu ermächtigen. - Man unterstellte den Templern Häretiker zu sein (= franz. Hérésie = Ketzerei)! Nach aufwendigen Recherchen erlöste das Historische Archiv des Vatikans selbst, dass es sich einzig und allein, um eine Intrige des damaligen Papstes und des Königs handelte.

Die Templer unterlagen der Vermutung, dass Jesus Christus stark verstümmelt, die Torturen des Kreuzes überlebt haben könnte (nicht zum Himmel aufstieg) und Maria Magdalena (angeblich als Hure verunglimpft) geehelicht haben könnte, was den Evangelien der heiligen römisch-katholischen Kirche den Todesstoß versetzt hätte und die Grundsätze der aus dem griechischen falsch und verfälscht übersetzten Bibel ins Lächerliche gezogen hätte. So weiß die jüngste bibliografische Bibel-Forschung, dass es sich bei Josefs Maria, übersetzungstechnisch vom griechischen ins lateinische, um eine junge Frau handelte, und nicht um eine Jungfrau! - Das Mysterium der Jungfernschaft aber als Wunder ausgeschlachtet werden konnte.

Der Ablasshandel und weitere Anmaßungen der altrömischen Kirche führten letztendlich zu Martin Luthers Thesen 1517 an der Schlosskirche zu Wittenberg und der darauf folgenden Reformation im 15. Jahrhundert, die seinerseits den nun im Mittelalter befindlichen religiösen Gilden den Gar auszumachen schien.

Kalande und pastorale Bruderschaften wurden mit der Auflösung der Klöstern abrupt niedergelegt. Luthers Strafpredigten, hielten den kirchlichen Bruderschaften ein heidnisches und säuisches Wesen vor, was jedoch politisch und kulturell keinerlei Wirkung zeigte. Obwohl interne Kreisen bekannt war, dass in manch Nonnenkloster viele Babyleichen verscharrt wurden. Und wenn man den Pfaffenspiegel gelesen hat, belehrt wird, was Kirche nicht ist, eher scheinheilig.

Die Auflösung der Klöster bereicherte die jeweiligen Landesfürsten, so dass die Reformation nicht nur den Glauben betraf, sondern auch die erwerbswirtschaftliche Vermögenserweiterung und Bereicherung der jeweils herrschenden Klasse. Da die meisten Klöster gebrandschatzt waren, verblieben in Schleswig-Holstein kaum Standorte klösterlicher Entfaltung übrig, in die irgendwelche Brüder hätten zurückkehren können.

Das ehemalige Kloster Preetz, dass zwar seinen Namen als solches behielt, war von nun an ein Stift unverheirateter adeliger Fräulein ohne Mitgiftansprüche oder verwitweter adeliger Damen. Ins Bürgertum einheiraten durften diese Frauen nicht, da sich sonst anderweitige Ansprüche Dritter auf Thronfolge und Besitz- und Erbstand ausgewirkt hätten, sie hätten auch ihre fürstliche Apanage verwirkt.

Das Kloster Cismar wurde eine zunächst seiner ostholsteinischen Ländereien beraubt, um es im Verlauf der Zeit erst zu einer Gutseinheit, dann zur landesarchivarischen Verwaltungseinheit und zu einem Museum werden zu lassen. Beide Klöster verfügen über reiche bibliografische Archivalien, die sich leider nur mit dem Großen Latinum erschließen.

Im Jahre 1635 gab es die größte Pestepidemie. Man weiß heute, dass die Verbreitung durch die städtischen Kloaken und mangelhafter Kanalisation mit verursacht wurde. Rattenflöhe waren die Ursache.

Die während Gegenreformation mit dem 30jährigen Krieg (von 1618 bis 1648) und dem Schwedenkrieg verursachten unzähligen Toten und des Leides, was der Eigenorganisation kleiner Funktionseinheiten Vorschub leistete, sich auf die Hilfe auf Gegenseitigkeit zu fixieren, weil die adelsherrschaftliche Administration vielfach nicht mehr existierte, bildete ein besonderes Gildewesen der Brand, Toten- und Sterbegilden sowie den Schutz- und Schützengilden aus.

Die Auswirkungen des 30jährigen Krieges und der in Wellen durchziehenden Pestepidemien entvölkerten weite Landstriche, die bis in die frühe Neuzeit einheitsstaatliche Bestrebungen zu Nichte machten, das sogenannte Landesteile deutscher Sprachgebiete daran gehindert waren zu einer Nation zusammenzuwachsen und die frühzeitige exterritoriale Kolonialisierung nicht möglich war, weil man von angemessenen Seehäfen abgeschnitten war, die durch Dänen und Schweden besetzt waren.

Die Historiker beharren auf der Ansicht, dass der Zusammenbruch des weit verbreiteten Gildewesens an der Kategorie „Macht“ gebundenen Wirksamkeit abzulesen war. Dieses Ende sei zu messen an einer endenden Vorherrschaft des Rates, dem gegenüber das ehemals mächtigeren und älteren Gebildes Gilde, welche in die Wirkungslosigkeit eines, an solchem Machtverständnis orientiert, abglitt als bürgerlich-geselliger Zusammenschluss.

Dies ist aber nur zu verstehen, wenn man erkennt, dass die Zunft einst aus Gilde und Amt bestand. Das Amt war die Verknüpfung der Meister im Rat der obersten städtischen Administration. Die Gilde stelle man sich hier nur als geselligkeitsförderndes Konstrukt und gildliche Versicherung vor.

Es wird in der Fachliteratur oft von „genossenschaftlicher Versicherung“ gesprochen, was jedoch mit der Wortbedeutung der im Mittelalter bezeichneten  „genozß“ im Heute mit einem völlig anderen Sinn belegt ist, der sich auf die Vergesellschaftung, der Firma (= Bezeichnung der Unternehmung: GmbH, KG, Genossenschaft u.a.) bezieht, zu frappanten Missverständnissen führt. Da die Wortbedeutung früherem Ursprungs zu anderen Erklärungen kommt, halte ich die Bezeichnung genossenschaftlich nicht als nicht generell historisch durchlaufend geltend und unglücklich gewählt.

Die „religiöse Gemeinschaftsidee“ hat durch Demokratisierung zur Ablösung der patrizischen (adeligen) zur mittelständischen (bürgerlichen) Gilde geführt. Das Verhältnis zwischen heidnischen und christlichen Elementen, Trinkgelage, Opferschmaus, brüderlich und oder christlicher Hilfeleistung und Nächstenliebe haben die Diskussionen im 19. Jahrhundert genährt; dennoch wird die Stütze der Religion als essenziell wahrgenommen:

„Die Gilde verlor in dem neuen evangelisch-lutherischen Glauben gewonnenen Landen die Stütze der vormaligen altrömisch-katolischen Religion. Die mittelalterlichen, den ganzen Menschen umfassenden Lebensgemeinschaften verschwanden.“ Trotzdem gibt es noch Gilden mit mildtätigen Aspekten, die sich heute wohl an fünf Fingern zählen lassen.

Der Umfang und die Wichtigkeit muss erweitert werden, um die Möglichkeit, über die Gilde Ansehen und Reputation zu gelangen, was zum Ende des Mittelalters zum „äußeren Aufblühen“ der Gilden führt, womit das Gildeleben einen oberflächlichen, auf Äußerlichkeiten bedachten Charakter bekam und ständischer Zuordnung lebenswichtiger Bedeutung der Einordnung beigemessen wurde, an dem die Gilde ihren unmittelbaren Anteil trug.

Ihre Integrität (= Rechtschaffenheit, Unbescholtenheit, Redlichkeit), ihre Exklusivität (=anspruchsvoll, abgesondert, nicht jedem zugänglich, gesellschaftlich ausgrenzend) , all das messbar am Grad der Verfügbarkeit (Initiation, Riten, Repräsentationsutensilien) manifestiert als Reputation (die soziale Stellung und Darstellung der Gildebrüder) sieht diese als äußerst notwendige gesellschaftliche Einrichtung an, die die interkulturellen Beziehungen des Bürgertums im Widerschein des eigenen Lichts reflektiert.

Mit dem Verfall der Zünfte, die einst, meist unter einem Hauptzweig eines Gewerkes, meist der Zimmerleute oder Steinmetze (Kirchenbau - Bauhütte) die meisterliche Handwerkerschaft in so genannten Ämtern vereinigten, verfügten bereits über eine eigennützige Organisation, welche Preise festschrieb, einen Begräbniskult verbarg und auf Grund ihres Kartellcharakters den Zorn der Obrigkeit hervorrief. Von den Städten wurden Freimeisterbriefe ausgestellt, um die zementierte Preispolitik der Zünfte zu unterlaufen, was die Existenzfähigkeit der Zünfte stark beeinträchtigte und letztendlich zur Auflösung dieser führte.

Die Zünfte waren nicht mit heutigen Innungen zu vergleichen, da in ihnen mehrere Gewerke eingebunden waren; so konnten z. B. Schlächter, Fleischhauer, Wurst- und Schinkenmacher in einer Zunft verbunden sein.

Durch die Trennung von Amt (Tätigkeitsfeld) und Gilde (Geselligkeit und Versorgung), blieb das Kultgefäß des Morgentrunks erhalten, welche sich die Meister jeden Sonntagmorgen nach dem Kirchgang zu unterziehen hatten, nämlich der Willkomm, ein Deckelpokal, welcher sowohl aus Silber als auch aus Zinn gefertigt wurde.

Gildegelage

Das größte Missverständnis der älteren Literatur unterstellt dem Brauchtum der Gilden nachhaltig das Gelage, wobei dies nicht annähernd der Fall gewesen sein konnte. In den Zünften und Gilden, wurde zwar Geselligkeit begangen, nicht aber wie oftmals fehlgedeutet, überzeichnend übermäßig gezecht, sondern die Grundlagen finanzmathematischer Verfahren kaufmännischer Kalkulationsgrundlagen und fachspezifische Berechnungsmodelle zur Warenveredelung und Organisationsstrukturen gelegt, die auch noch in der modernen Betriebswirtschaft gelten. So etwas kann man nur mit klarem Verstand erdenken, wohl kaum im permanenten Vollrausch.

Das aus dem dänischjütisch stammende Wort Gelaug, wurde im Zusammenhang einer Eindeutschung zu Gelag, Gelag und Gelaug bedeuten gleichermaßen Schiffer- oder Kapitänsbruderschaft. Das Gelage - ein Wort mit einer völlig anderen Bedeutung - wurde durch missliche Assoziation durcheinandergewürfelt und durchzieht auch die neuere Literatur, die von den älteren ethnologischen Werken kopiert und ohne hinterfragende Intellektualität  fortgesponnen wurde. So wird auch heute noch fortwährend unterstellt, Gilde sei als elitärer Sauf-Club festzumachen. 

Dazu kommt, dass Brunnenwasser in den frühsten Tagen der Menschwerdung bei starker Besiedelung oft durch Kloaken verseucht wurde und man Bier und Wein deshalb dem Brunnenwasser vorzog. Das damalig gebraute Bier verfügte nur über einen Alkoholgehalt von maximal 2% Alkohol, was dazu führte, sehr viel trinken zu müssen, um jemals einem Vollrausch zu erlösen, des weiteren eine dauerhaften Sanitäranlage nah dem Tagungsort bedurft hätte, die in keinem der alten Gilde- und Zunfthäuser bautechnisch auszumachen waren.

Der vollzogene Meistertrunk diente der Absprache und Umsetzung diverser Vorhaben auf allen Ebenen, weniger dem Besäufnis, wie von vielen Außenstehenden missgedeutet wurde. Auch gab es während des Mittelalters sogenannte Dünnbiere, deren sehr geringer Alkoholdichte (Stammwürze) höchstens 2 Prozent aufwies. Nicht zuletzt dank eines Mangels an sauberen Trinkwasser.

Die Darstellung, dass Backhefe für diese Biere verwand wurde, stimmt nicht, weil die Backhefe nur wenig Alkohol verträgt. Sie wird quasi schnell beschwipst und stellt dann ihre Arbeit ein. Ähnliches bestätigte mir Herr Woitek, Braumeister der Holstenbrauerei Hamburg. So kann man mit Weinhefe kein Bier, mit Brauhefen keine Kornbrand-Maische ansetzen, wie es ebenfalls absolut unmöglich erscheint, mit einer Brennhefe Backen zu können.

Beim Nachbrauen dieser Biere minderer Qualität könnte sich höchstens ein Alkoholgehalt von heutigem gestrecktem Bier resultieren (eventuell Alsterwasser/Radler). Auch die Schleswig-Holsteinischen Bauern brauten diese Hausbiere, welche als Erfrischungsgetränk und flüssiges Brot bei der Feldarbeit genutzt wurde, weil die Biere lange gelagert werden konnten und nicht bei großer Hitze umkippten, wie eingemachte Fruchtsäfte, die sich fast in schöner Regelmäßigkeit zu ungenießbaren schimmeligen Essig umformten.

In manchem alten bäuerlichen Kochbuch finden sich Hinweise auf die Fertigung der Hausbiere und auf sonderbare Rezepte von Biersuppen. So kann es nicht verwundern, dass die Gilden die Biernähe aufrechterhielten, nur mit ganz wenigen Ausnahmen ist der adelige Wein, der auf der Gildetafel gelandet. Genügend Südhänge gäbe es wohl in Schleswig-Holstein, wobei es an der lieblichen Witterung im hohen Norden fehlt, woraus sich eine derart üppige Menge des süßsäuerlichen Traubentranks keltern ließ.

Die großen Bierkannen blieben erhalten und landeten in Museen, weil ihre Verwendungsfähigkeit aufgrund der Mengengröße und der späterhin fast industriell gefertigten Biere, die mit einer sogenannten Brauhefe hergestellt wurden, ein weit höheren Alkoholgehalt aufwies, als die Hausbiere die aufgrund der geringeren Hygiene mit quasi abgestürzter Brauhefe gegehrt und durch das Erhitzen zusätzlich an Alkoholprozenten verloren. Die industrielle Fertigung der Biere hat mit ihrem hohen Alkoholgehalt dafür gesorgt, dass das Potenzial gefährlicher Trunksucht zur Verelendung in der frühen Industrialisierung führte.

Napoléon Bonaparte (*15.08.1769 – 05.05.1821) führte 1810 die Gewerbefreiheit ein, was die Auflösung der meisten Zünfte zunächst in Frankreich, später in den kriegerisch okkupierten deutschen Gebieten auslöste. Die letzte "Zunft" die bis in die Jetztzeit reicht, ist die der Schornsteinfeger. Auch wenn der moderne Schornsteinfeger längst wie alle anderen Gewerke in Innungen organisiert ist, war der Zusammenschluss der einst als Kaminkehrer bezeichnete Berufsgruppe legendär, welche nun auch bedingt durch die Europäische Gemeinschaft und Brüsseler Marktnormungsbestrebungen ausgelöscht zu drohen scheint. Nur in Italien schützte der Heilige Stuhl die Goldschläger- und Brokatmacherzünfte bis in das Heute.

Aufgrund beschäftigungspolitischer Relevanz hat man den Meisterzwang bestimmter Gewerke ab 1990 gesetzlich aufgeweicht oder entfallen lassen, damit nun schon der Geselle einen erwerbswirtschaftlichen Betrieb gründen und etwaiges Personal einstellen kann, ohne jedoch ausbildungsberechtigt zu sein. Gefährdungsbezogene Gewerke, wie die der Elektriker und Gasinstallateure werden wohl nie ohne Meister auskommen, ich hoffe es für uns alle! Allerdings konnte ich bei den meisterfreien Malern schon viele Schmierfinken und Abkocher ausmachen.

Viele Utensilien der Zünfte wanderten in den Besitz der Gilden. Doch die so genannten Meisterkronen, die von den Obermeistern zu bestimmten rituellen Zusammenkünften getragen wurden, blieben verschollen. Nur in der Schweiz gibt es sie noch vereinzelt, siehe Züricher Safranzunft.

Auch wenn diese Bezeichnung von unter dem Begriff Gilde firmierenden Unternehmungen benutzt wird, ist nicht immer drin, was auch draufsteht.

Die hannoversche Gildebrauerei hat wohl nicht mehr viel mit Gilde zu tun. Die Versicherungsgilde ist oft ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG). Und manche Schützengilde bietet kaum die gildliche Unterstützung ihrer Beteiligten. Manche Lustgilde betreibt einen VVaG. Die Ausrichtung der als eingetragener Verein bezeichneten Gilde kann hinsichtlich ihrer Zweckbestimmung derart unklar sein, dass diese in ihrem Wirken und ihren Zielen separat untersucht werden müssen, um zu begreifen, was Gilde für den Einzelnen, die Gruppe oder Bevölkerung eines Wohngebiets oder in der Region tatsächlich bedeutet.
Spielegilden findet man im Internet sehr viele, die mit der historischen Idee der Alten Gilden recht wenig gemein haben, aber auf den mittelalterlichen Kontext etwaig dort generierter ritterlichen Rollenspiele hindeutet. Die Spaßgilde, die dem alten Vorbild nur noch im letzten Halbwort Übereinstimmung heuchelt, ist so weit davon entfernt Gilde zu sein, wie ein hohles Rohr zu einer vollmetallischen Stange.

Diese kleine Zusammenfassung stellt den Ursprung weniger wissenschaftlich mit kleinen Meilensteinen versehen dar, um meine Leserschaft mit geringfügigen fachübergreifenden Literaturverweisen zu informieren.

Eenförall vun Harten

Detlev

Link-Quellen:

Literatur:

 1) Gilden in Schleswig-Holstein, LASH, Marion Bejschowtz-Iserhoht, Reimer Witt, Heyo Wulff, Schleswig, 2000