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[ZURÜCK]
Der
Ursprung der historischen Forschung
Die
Historie nimmt ihren Anfang aus den Justizwissenschaften, welche ihrerseits
Geschichtsfälschung im besonderen Kontext einer auf dem Recht begründenden und
herleitenden Legende von Sachverhalten auf den Grund geht und in der Vergangenheit
zu gehen versuchte und zum Teil auch ergründete, ob und in wie weit Schwindel
und oder Wahrheit auf Justzias Waage in welchem Spielraum des Bemessens
auspendelte.
Wenn
man heute den pergamentarischen Siegelschwur von Ripen betrachtet, gab ein Dänenkönig
vor „das sie niemals getrennt werden dürften“; die Herzogtümer Schleswig und
Holstein waren gemeint. Das galt staatsrechtlich als Vorgabe für die ihm erblich
nachfolgenden dänischen Herrscher.
Die
Schleswig-Holsteiner pochten stets auf diese Verbundenheit und waren allesamt
deutschsprachig, was so nicht stimmt. Es wurde Niederdeutsch gesprochen und ein
niederdänischer Dialekt. Nationalgeprägte Turner- und Sängerfeste waren die
Verführer, die unseligst die Schleswig-Holstein-Hymne gebar. Denn irgendwie
verstand man sich trotzdem, bis zur Erhebung 1848 wo der Nationalpatriotismus
die deutsche Sprache zum Vehikel machte. Der Einmarsch österreichischer und
preußischer Truppen nach Schleswig-Holstein war das Ende eines
Schleswig-Holsteinischen Traumes nämlich eine separate Republik nach dem
Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika auszurufen. Die von Preußen
ausgehende militärische Okkupation von 1866 der Stadt Königgrätz führte zum Abzug der
österreichischen Truppen aus Holstein, spaltete Österreich vom Deutschen Bund
ab und lutherisierte das sich neu bildende Staatsgebilde. Weil es der
Reichskanzler Otto von Bismarck 1870/71 bei der Reichsgründung mit Dänemark so verhandelte,
ging ab 1920 jener Nordschleswig’scher Teil per Volksabstimmung des Herzogtum
Schleswig an Dänemark zurück. So lange das Zweite Deutsche Reich bestand, blieb
es beim Siegelschwur. Mit dem Zusammenbruch des Wilhelminischen Kaiserreiches wurden
die Nordschleswiger abtrünnig, was uns heute eine dänische Minderheit in Südschleswig
erbrachte und Dänemark eine Deutsche Minderheit in Nordschleswig. Die Jütische
Halbinsel ist Heimat von Dänen und Deutschen gleichermaßen. In Europa wird es
endlich unwichtig, wer wo herkam und vermeintlich hingehört. Dort wo Frieden
unter den Völkern herrscht prosperiert Handel, Wirtschaft und
Völkerfreundschaft. Jeder Krieg der geführt wurde, bombte die Menschheit zu
jeder Dekade in die Steinzeit zurück. Es gilt nationalistische Bestrebungen im
Keim zu ersticken und die daraus hervorgehende nationale Volksdummheit
auszumerzen.
Auch
heute noch sind Juristen Fallhistoriker, die nach zu vollziehen suchen, wie ein
(Tat-)Hergang sich so realistisch und lebensnah als möglich greifen lässt, in
seiner zeitlichen Abfolge so exakt als möglich in Worte fassbar formulieren
lässt. Wobei
Kriminalkommissare mit dem Zusammenhang einer Tat zuerst konfrontiert sind und
diese oft unfassbaren Sachverhalte für die Staatsanwaltschaft um
kriminologische Formulierungen ringen, ehe es versachlicht wird und späterhin
weitestgehend gerichtlich beurteilt werden kann.
Die
Fachtermini (=Fachsprache) zwischen Historikern, Juristen und Kaufleuten scheint
eng miteinander verknüpft zu sein, denn überall wo es sich um Urkunden und Verträge
(früher Kontrakte) dreht, geht es um einzuhaltende Fristen, Termine und
Zeitspannen. Auch
die behördliche Administration leistet sich aus ähnlichen Gründen und der
hoheitlichen Aufgabenstellung die verbalisierte Amtsanmaßung klausulierter
Ressortsprachen , um dem unbedarften Bittsteller abzukanzeln, was über
Jahrhunderte hinweg gewollte Masche war. Erst mit dem vermeintlich aufgeklärtem
Bürger verschwanden Barrieren und Schalterverglasungen. Heutige Behörden
versuchen sich an einem annehmbaren Schriftdeutsch, dass es jeder Depp bitt‘schön
verstehen möcht‘.
Von der Sippe bis zur Gilde
Die Anfänge der Gilde, wenn man sie bis dato überhaupt so bezeichnen kann,
sollte nach Auffassung der national-patriotischen Forschung der 20er Jahre und
der vor-national- sozialistischen Forschung (Pfuiteufel!) Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts, auf die
germanische Sippe zurückgehen.
Die vorchristliche religiöse Vorstellungswelt der Antike (Griechenland, später
Rom) ist geprägt durch den Polytheismus, der Germanischen Frühzeit durch
Druiden, Schamanen und Seher ihre Verbreitung fand. Das Druidentum kannte keine
Schrift und basierte auf mündlicher Überlieferung. Die Runenschrift war den
adligen vorbehalten, wovon es keine Schreibschrift gab und keine Medien, außer
Stein und Holz, die die Schrift erhalten konnten. Die Druidenausbildung dauerte
15 Jahre und deren Zusammenkünfte fanden so oft zur Sonnenwende (=Zeitpunkt , in dem die Sonne im Lauf
eines Sonnenjahres den größten nördlichen und oder südlichen Abstand vom
Himmelsäquator erreicht) statt, wo
man etwaiges Kalendarium für die Pflanz- und Erntezeit neu ausrichtete, weil es
an exakter Mathematik zur Bestimmung eines Monatskalendarium nicht gab und man
erkannte, was der Schatten der Sonne geschlagen hatte. Die erst kürzlich
Kunstdieben entrissene Sonnenscheibe von Bebra muss aus dieser Zeit stammen, wo
Bilder mehr Aussagekraft vermittelten als etwaig vorhandene Schrift; eher nicht
als der Sonnen-Mond und Sternen-Comic aufzufassen, sondern eher als bildhafte
einfache Gebrauchanweisung eines simplen Sternenobservatoriums.
Der Lauf des
Lebens wurde vom Fischen, Jagen und Sammeln, vereinzelt durch das Ergebnis aus agrarischem
Versuch und Irrtum bestimmt, wie vermutet wird. Der Faktor Tausch und nicht
Handel dominierten den Mangel etwaiger Bedürfnisse im germanischen Lebensraum,
so dass es auch hier zu stammesartigen Raubzügen kam, die man, durch
Kampfhandlungen beschädigter Gebeinfunde, grabungstechnisch und frühgeschichtlich
nachwies.
Viele Götter
hatten nicht nur Griechen und Römer, sondern auch die germanischen, normannischen
und wikingischen Stämme, letzterer welcher mit seiner Walhallasage dem Zeus-Epos
in nichts nachstand.
Der Zerfall des Römerreiches begann mit dem Einfall der Hunnen, die die größte
zusammenhängende Volksgruppe der Goten vor sich her trieben und so eine
Völkerwanderung größeren Ausmaßes quasi von Hinten anschoben.
Bumm!
Irgendwo dazwischen Christi Geburt und seiner Kreuzigung wahrscheinlich im
Jahre 40 n. Chr.! Welche Zeitrechnung hatten eigentlich die Römer(julianischer
Kalender 41 v. Chr. Nach Julius Gaius Cäsar), die Juden und Araber? Bezieht man
die nachchristliche Menschheitsgeschichte auf die bisher 2 vergangenen
Millennien so ist das erdgeschichtlich ein Furz!
Einer einsetzenden Christianisierung, die durch Flavius Theodosius „Theodosius
der Große“, „Gotenfreund“ (347 - 395) originär initiiert wurde durch den
Ausschluss der Vestalinnen (römische Tempelpriesterinnen der Göttin des
Herdfeuers) vom Entgeltbezug, er verbot Opferdarbringungen jedweder Art und
ließ die ersten christlichen Klöster errichten, was zur Heidenverfolgung
führte.
Viertausend
Jahre meinte die altrömisch-katolische Kirche sei die Menschheitsgeschichte
alt, was sich auf das Land der Pyramiden bezog. Wenn man sich auf die Kulturen von Negade
(Naquada) und Badari von 4500 v.Chr. berufen mag war Annahme
der alt-römischen Kirche auch schon untertrieben. Ötzi hat ungefähr 3309 v.Chr. gelebt. 11.500–9500
v. Chr. - Natufien, benannt nach
dem Fundort in der Schubka-Höhle am Wadi an-Natuf Palästina, mit einer Jäger,
Sammler und Fischerkultur. Wenn die
altrömische Kirche allwissend gewesen wäre zu sein, hätte sie dies zum Besten
geben können, wie alt die Menschheitsgeschichte wirklich ist.
Die
Lebensart, dieser Menschen im Steinzeitalter wird erst rekapitulierbar durch
die Interpretation von Artefakten (kulturelle Hinterlassenschaft in Form von z.
B. Steinwerkzeugen, Knochenabfall usw.), das Bewusstsein jener Menschen wird
jedoch nicht erfahrbar, weil es keine Aufzeichnungen gibt, weder Höhlenmalerei
noch Steinritzungen.
Mit den
Klostergründungen begann sowohl das Schrifttum und das alt-römisch-katholische
Bruderschaftswesen zu entstehen. Die Schrift war nur wenigen vorbehalten, die
Mönche, die als Kopisten arbeiteten und teilweise nur von einem Manuskript auf
ein anderes Manuskript Buchstaben kaligrafisch übertrugen, ohne den näheren
Sinngehalt der Letter, noch des Wortes dem Sinn nach zu erfassen, wie neueste
Forschung nachwies, mit dem Ergebnis völlig sinnentstellter, teilweise
verrutschter Passagen.
Denn man schrieb
Latein, Deutsch gab es wohl als Mittelhochdeutsch und als Wirrwarr sozio- und
dialektischer gebietsverflochtener Umgangs-sprachen. Regional gesehen wird der
Bayer keinen Niederdeutschen verstanden haben und umgekehrt.
Theodosius d. G. war von 379 n.Chr. bis 394 n.Chr. Kaiser im Osten des
römischen Reiches und ab Ende 394 letzter Kaiser des Gesamtreiches. Der
einsetzende Zerfall wurde historisch im 4. Jahrhundert als Spätantike
definiert. Nach seinem Tod 395 führte die damit verbundene Aufteilung des
Reiches in zwei Herrschaftsbereiche unter seinen beiden Söhnen jedoch letztlich
zur endgültigen Trennung in ein Weströmisches (Hauptstadt: Rom) und ein
Oströmisches Reich (Hauptstadt: Byzanz), heute Istambul.
Mit dem
Machtvakuum durch den Zerfall der Herrschafts- und Gesellschaftsstrukturen in
allen römischen Provinzen verfiel Recht und Ordnung in Willkür und
Gesetzlosigkeit. Der Zerfall des
römischen Reiches wurde durch die Hunnen eingeleitet, die durch den Anschub der
Völkerwanderungen viele Volker zu Heimatlose werden und die Vandalen in Ägypten
in der Kornkammer Rom’s Fuß fassen ließ; somit in Rom Hungersnöte auslöste.
Militärische, politische Misserfolge in Verhandlungen mit den Vandalen führten zum
Untergang ROM’s. „Alles hat seinen wirtschaftlichen Grund!“
Im 5.
Jahrhundert begannen islamischen Umtriebe deren religiöse Ausbreitung mit
Glaubenskriegen im Inneren und Äußeren ein her gingen, um die jeweils
rechtmäßig anmutenden religiösen Führungsansprüche der muslimischen Richtungen
(Schiiten und Sunniten) kriegerisch festschreiben zu wollen, um die Nachfolge
der wahren und reinen geistigen Lehre Mohammed‘s eindeutig dokumentiert zu
wissen. Der Streit dauert bereits über die Jahrhunderte an.
Die Omaijaden
entstammen einem religiös kriegerischem Exodus, die eine Dynastie von Kalifen, die
von 661 bis 750 Oberhäupter des sunnitischen Islam waren. In Südspanien um 711 wurde das
Westgotenreich von den über Marokko eingefallenen Omaijaden besetzt, die bis
über die Pyrenäen ins Frankenreich mit Raubzügen bis an die Loire
und nach Burgund vordrangen. Nach ihrer
Vertreibung aus dem Orient gründeten sie 756 das Emirat von Córdoba.
Das frühe
Mittelalter begann im 8. Jahrhundert, wo alsbald die Franken unter Karl Martell
dem Großvater von Karl dem Großen (Herrschaftszeit: 714 - 741) von sich Reden
machten und die
Vertreibung der Omaijaden (man spricht auch von Mauren) militärisch forcierten,
so wurde der Islam aus Südfrankreich verdrängt.
Es
sollte bis ins 12. Jahrhundert dauern bis die Reconquista die Mauren und den
Islam aus Spanien vertrieb, was allerdings auch zur Christianisierung über die
Inquisition und Scheiterhaufen und der gezielten Semitentaufe sowie
hinsichtlich der nicht konvertierenden Juden zur Vertreibung dieser führte. Ein
Teil der Vertriebenen siedelten sich als Kaufleute und Händler in den
spanischen Niederlanden an; z.B. Antwerpen. (Wo auch heute noch das Diamantengeschäft
von jüdischen Kaufleuten und Steinschleifern weiter dominiert werden wird.)
Mit dem
Kapitular von Herstal fußt die Annahme, dass der Beginn des Gildewesens Anno
779 seinen Anfang nimmt. (Von denen, die sich gegenseitig in Gilden Eide
leisten: dass niemand sich unterstehe, das zu tun. Anderes soll aber gelten für
ihre Almosen oder bei Feuersbrunst oder bei Schiffbruch. Auch wenn sie
Vereinbarungen schließen, soll niemand sich unterstehen, dabei einen Schwur
0) abzulegen.)
Der bis Dato
einzigste eidliche Zusammenschluss galt einer handeltreibenden, fränkischen
Gilde zu Herstadt (Geburtsort v. Karl.d.G. in Belgien) welche nicht gegen das
Kapitular 1) (Reichsverordnung) eine Schwurbruderschaft zu sein, verstieß, sondern
die Idee der beistandsgewährenden Einigung vertrat sowie idealisiert nonpastoral
(ohne Priester) den christlichen Glauben zu verbreiten suchte.
Dieser
strafwürdige Schwur kann bei genauerer Betrachtung nur als gegen die 10 Gebote
verstoßender Eid aufgefasst werden, wenn man den historischen Zusammenhang
betrachtet.
Jedoch meint
man heute den Ursprung der Schwurbruderschaft in anderen Zusammenhängen zu
begreifen, nämlich in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, womit sich Unverständnis
und Intoleranz paart und verbietet, was nicht sein darf, nicht sein kann.
Dabei ist
der schwule Bruder oder die lesbische Schwester nicht erst ein Erscheinungsbild
unserer Tage, sondern schon sehr viel älter. Es kann durchaus angenommen werden,
dass sich gleichgeschlechtliche ausgerichtete Wesen nur noch im Schutze der
Klöster verbergen konnten, um nicht verfolgt zu werden und oder zu Tode zu
kommen.
Auch saß die
altrömisch-katholische Kirchenadministration noch nicht so sehr fest im Sattel,
sondern war aufgrund der bis dato noch recht verbreiteten Wechselgläubigkeit
ausgesetzt einer Mischform aus christianisiertem und Aberglauben, Okkultismus
und Beschwörungsriten.
In den Moor-
und Seenlandschaften ganz Norddeutschlands und Dänemark fanden Wasserarchologen
für weiblich und männlich zu haltende Götzenfiguren aus umgedrehten übermannsgroßen
Astgabeln, die in die Moor- und Seeufer eingerammt waren, was durch die
Dendrologie (=Baumwachstumsringaltersbestimmung) zweier nah beieinander
befindlichen gleichartiger und altriger, hölzerne Rundstücke nachgewiesen
wurde. Man vermutet, dass sie als kultische Götzen der Gebetsplätze gedient
haben mussten.
Wogegen
Kirche à König als göttlich bestätigt;
etablierte und König à Kirche
gegen Unglauben zu schützen suchte, entstand absolutistische Willkür,
Machtmissbrauch und Volksverdummung solange in Latein gepredigt wurde.
Der
geschichtswissenschaftliche Hintergrund der Gildenbildung fußt in annehmbarer
Weise ebenso auf dem Sachverhalt des Zwischenspiels der kriegerischen
Auseinandersetzung und daraus resultierenden nachrangigen Misserfolge Karl des
Großen im Kampf gegen die Sachsen, im heutigen Niedersachsen um Aller und
Verden. – Unterhalb Hamburgs Grenzen, an der linken Elbeseite sind noch Bodenformationen,
als Limes Saxonia, gegen die widerspenstigen Sachsen auszumachen.
Eine organisierte Sippe als sozioökonomisches Gespinst, welche den Eigenheiten
vieler bäuerlichen Großfamilien nebeneinander im lockeren Verbund lebend,
entspräche, wo alle Generationen beteiligt, beschützt und behütet bleiben,
quasi von der Wiege bis zur Bahre, wäre nachvollziehbar als der abstrakte
Uridealtyp der Gilde.
Weil der
gesamte Teilstamm seine verwundete Gemeinschaft hinsichtlich der erlittenen
materiellen Schäden und vernichteten Lebens, zum einem mit Gütern zum anderen
mit zur Verfügung gestellter Ersatzarbeitsleistung anderer Sippenmitglieder
auffängt und abfedert, so dass anfänglich keine Erfolge zu erzielen waren.
Diese
vollzogene ökonomische Krisenstruktur war Teil der sächsischen Kultur und wurde
nicht erst durch die kriegerischen Aktivitäten Karls initiiert, sondern waren
bereits latent vorhanden.
Karl der
Große (der Sachsenschlächter) unterwirft schlussendlich die Sachsen und ist der
größte Widersacher der gildlichen Organisation, zeigt gerade diese Form der
Schadenbegrenzung nach verheerend scheinenden kriegerischen Angriffen kaum
Wirkung der Feindverletzung.
Dieser
Erfolg bringt Karl dem Großen nachrangig die päpstliche Bestätigung und Krönung
zum Kaiser, mit der er sich verpflichtet dem römisch-katholischen Glauben in
seinem Reich verbreiten zu lassen und den Schutz des Klerus zu gewährleisten,
die man hin und wieder als lästige Schmarotzer und Aufwiegler erschlagen
wurden.
Nach der Christianisierung beginnt die sakrilegische Knechtung durch die
altkatholische Kirche und ihrem Heiligenglauben, der die im Wechselglauben
christianisierten germanischen Stämme durch die Substitution ihrer archaischen
Götter auf die diversen Heiligen kanalisiert, um eine zwanghafte Bindung der
Menschen an diese Kirche und Religion zu vollziehen. Viele Heidnische
Heiligtümer sind mit Kirchen überbaut worden.
Die Kirche war bereits zu diesen Zeiten ein Wirtschaftsunternehmen, das weniger
am Heil und Gutbefinden seiner Schafe interessiert war, als an ihrer Wolle. Das
Ziel der Ausmerzung der Vielgötterei war die kontrollierte Lebenssteuerung der
Untertanen und intellektuelle Versklavung und Ausbeutung ihrer Arbeitskraft und
Wirtschaftsleistung.
Das
unterentwickelte Sachsen verfügte nicht nur über Arbeitskraft, sondern auch
Rohstoffe, die es auszubeuten galt. Im engeren Sinne Unmengen von Holz, Erze
und Feldgestein, dass immer wieder für den Bau von Kirchen und Burgen gebraucht
wurde. Hierbei sollten nach der Befriedung belehnte adlige Gefolgsleute, wie
Karl d. Gr. hoffte, befasst werden, leider bestätigte sich deren Loyalität
nicht, weshalb Kur-Bischöfe an die Stelle belehnter Vasallen traten.
Die Siedlung Haithabu
kommt aufgrund mangelnden Schrifttums bei der Betrachtung des
Gildewesens keinerlei Bedeutung zu: Zwischen 804 und 1066 ist dieser Ort an der
Schlei, an der schmalsten Stelle zwischen Nord- und Ostsee, der zentrale
Umschlagplatz im Warenverkehr zwischen dem europäischen Festland und den
Rohstoffmärkten Nord- und Osteuropas; nach seiner Zerstörung Anno 1066 ist er
nie wieder besiedelt worden.
Mit dem Niedergang
Heithabus entsteht Schleswig. Schleswig ist entstehungsgeschichtlich die Mutter
aller Gilden, auch wenn in Cambridge die ältestes erhaltenen Statuten
existieren, war der Bezug jener nach Dänemark gerichtet und von dort gekommen.
Nur mit königlichen
Freibriefen versehene Gemeinschaften waren letztlich in der Lage
Herstellung sowie Veredelung, Transport und Vertrieb als Händler zu
gewährleisten und mit eigener Gerichtsbarkeit gemeingültiges Handelsrecht zu schaffen,
womit die Schutz-,Handels- und Seefahrtgilde fassbare Grundlagen eröffnete, die
Städte zu Handelsmetropolen werden zu lassen.
Über Gilden wurde an diesem
bedeutenden Handelsplatz des frühen Mittelalters nichts bekannt, dennoch ist zu
vermuten, dass sie als Zelle des Handels vielleicht als Keim kleiner
Zusammenschlüsse verschiedener Händlergruppen gewesen sein mag, gerade vor dem
Hintergrund, dass diverse Volksstämme sich in Haitabu (Hedeby) versammelten und
auch archäologisch sächsische Urnenbestattung entdeckt wurde.
Die folgende Karte verdeutlicht das Einzugsgebiet der gehandelten
Waren und erste frühere (Early town) und spätere (Later
town) Ansiedlungen in diesem
Zeitfenster.
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2)
Karte:
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Early
Town
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=
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frühe
Stadt
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Later
Town
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=
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spätere
Stadt
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Settlement
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=
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Siedlung
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Trading
centre
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=
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Handelszentrum
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Royal
capital
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=
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?
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Der schleswigsche
Landesteil, der Knut dem Großen 3)
vom deutschen Kaiser Heinrich III. (* 1017; † 1056), abgetreten wurde,
stellte vermutlich eine Pufferzone gegen die aggressive Streitmacht dar, in der
zu jener Zeit sehr starke Kampfverbände von Wikingern mit ihren gefürchteten
Langbooten ihr Unwesen trieben. Auch die erste Ehe Heinrich des III. mit der
Tochter Knud des Großen mag zur Landabtretung beigetragen haben. (Die Zeit der
Wikinger gilt zwischen 516 bis 1066)
Zwischen 1014 und 1035 war
der Däne Knut der Große (* 995, † 1035), König eines Reiches. Die Ausbreitung
dieses Herrschaftsbereichs wurde durch Unterwerfung und Heirat erreicht. Sein
Sohn Knut III., Hardiknut der Harte (* 1018, † 1042), König von Dänemark und
England (1035–1042) war der letzte Herrscher Englands. Während
Schleswig-Holstein als einheitliches Gebiet so nicht existierte, wie wir es
heute kennen.
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3)
Karte
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Nun erschließt sich die
Entwicklung und Verquickung zwischen dem Staatswesen, der Administration und
des Handel. Ohne Handel kein Markt, ohne Warenumschlag keine Liquidität und
kein Wachstum ohne Geldverkehr. Die Entstehung der Marktgesetze ist
naheliegend: Um so knapper oder wertvoller die Ware, desto teurer bezahlt man
dafür. Die Besteuerung ward geboren, an der die Herrschaftsklasse schmarotzend
partizipiert und wiederum aus diesen Pfründen Nachfrage generiert.
Zur Überwachung und
Abschöpfung der Steuern dient auch heute noch Administration (=Verwaltung).
In England wurde die
Bezeichnung des Ealdorman geboren, eal = Handel; dor ~ door = Tür; man = Mann,
als Bindeglied zwischen König und Gilde, welcher im adligen Rang eines Jarl
(altdänisch), bzw. Earl (englisch), Herzog (deutsch) seinen Dienst als oberster
Hüter der Gildeschatulle bzw. Gildelade versah.
Die Gildelade war das verschließbare
Schutzbehältnis für:
·
Gilderolle
(Mitgliedsliste),
·
Gildeschatz
(Trinkgefäße),
·
Pergamente
(Kontrakte),
·
Siegel
(Unterschrift der Gilde)
·
edelmetallische
Zahlungsmittel (Geld).
Aus dem Ealdorman, über
Aldermann (altniederdeutsch), Oldermann (niederdeutsch) hat sich der eingedeutschte
Begriff des Ältermanns entwickelt.
Knud Lavard war der
Ältermann der Schleswiger Kaufmannsgilde, der 1131 vom Sohn des König Niels
Svenson (*1107; †1134), Magnus von Dänemark (*1064; †1134) in Haraldstedt bei
Ringstedt ermordet wurde, damit die Erbfolge nicht durch den Vetter gestört
werden konnte. Wobei K.L. Herzog von Schleswig war, weil er auf den Königstitel
verzichtet hatte. Der Jarl erkannte die Wichtigkeit des Handels für die aufstrebende
Entwicklung seines Herzogtums, was man ihm neidete und befürchtete seine
Popularität könnte ihn vielleicht doch König werden lassen. Die deutsche Ritterschaft zog gegen Magnus,
der darauf 1134 im Kampf fiel. König Niels der vom Schlachtfeld floh und Unterschlupf
in Schleswig suchte, wurde von der verschworenen Gemeinschaft der Schleswiger
Kaufmannsgilde 1134 erschlagen.
Und nun wissen wir, dass
der Jarl Knud Lavard (* 12.03.1096; †07.01.1131) ermordet in Haraldsted nahe
Ringstedt und dort beerdigt, und am 25.6.1170 geheiligt aber später umgebettet
(1196) in die St. Bendtskirche, zum Schutzpatron der Sankt Knudsgilde 5)
zu
Schleswig erhoben wurde.
Somit wird klar, wo der
Ursprung des Nordeuropäischen Gildewesens seine Wurzeln hat, nämlich im
einstigen dänischen Schleswig.
Die Angst des im
Mittelalter lebenden Menschengeschlechts vor vermeintlich begehbaren Sünden,
mit dem Tod und der damit verbundenen unbefleckten Seele vor dem Schöpfer ins
Paradies eintreten zu können, war das höchste Gut, was arme, reiche,
ungebildete und etwas gebildete beschäftigte.
Sie sahen sich verpflichtet, ihren Glauben und der damit verbundenen reinen
Ausübung ihrer Gebete und keuscher Lebensgewohnheiten zu achten, sich abhängig
von einer Priesterschaft zu machen, die ihr Leben zur Hölle auf Erden machten.
Die Sünde lebt in den Köpfen weiter, die von Kindesbeinen an durch familiäre
und klerikale Religiosität fehlgeprägt wurden. Durch die Zivilgesellschaft
wurde Sitte, Moral und Sünde durch Obrigkeit, Kirche und Staat geprägt,
manifestiert und fixiert.
Glauben
heißt ja auch nicht von ungefähr, nicht Wissen, gewiss jedoch ist, dass die
Ungewissheit unser aller Tod, uns bitten(=beten) und hoffen lässt!
Durch die vermeintliche Sorge um Arme, Kranke, Verwirrte oder Irre und
Sterbende setzte sich ein Bild von Kirche in den Köpfen der Menschheit fest,
welches auch heute noch eine lukrative Erwerbsnische der christlichen Kirche
darstellt, weil aus Pietät geschwiegen wird.
Emanuel
Kant, ein Philosoph der der Aufklärung nannte Religion und Kirche selbst verschuldete
Unmündigkeit. Wenigen Mitmenschen ist bekannt, dass die heutige römisch-katolische
Kirche somit der sogenannte Vatikanstaat insbesondere der Papst als kirchliches
Staatsoberhaupt, die Charta der Menschenrechte nicht unterschrieben hat.
Was spräche dagegen nach EU-Recht das Zölibat als völkerrechtswidrige
Kirchenvorschrift zu bannen, schließlich unterliegt der Vatikan als pseudostaatliche
Gebietskörperschaft auch europäischem Recht. Wenn man es noch genauer
betrachtet, beruht ist die Konstantinische Schenkung auf Ersitzung und Betrug. Die Konstantinische Schenkung ist eine
gefälschte Urkunde, die vermeintlich der römische Kaiser Konstantin I.
ausgestellte. Die Päpste nutzten die Urkunde, um ihre territoriale Besitzansprüche
die zu begründen und die christliche Vormachtstellung auszubauen und zu
verfestigen.
Viele
Rechtstitel und Besitzungen des Vatikans beruhen auf Intrigen, Hintertreibung,
Unterschlagung, Fälschungen, Betrug und Schwindel. Und natürlich Stiftungen, mit
gefälschten Siegel auf künstlich gealterten Pergamenten (=geschabten
Tierhäuten). Die römisch-katholische Kirche ist nach wie vor ein Gaunerverein
und alle vergangenen und noch kommenden Päpste waren und sind die Oberhäupter
der ersten und ältesten Mafia.
Die Mafia,
Camorra u.ä. letztlich nur ein Abklatsch dessen, was im päpstlichen Rom seit
zwei Jahrtausenden durch die Kirche vorgelebt wurde; Korruption, Intrige, Schwindel,
Gift-, Menschen- und Waffenhandel sowie Mord.
Durch die
Ohrenbeichte wurden einst die Menschen im Mittelalter manipuliert und
gegenseitig ausgespielt und bedroht mit glaubhaft gemachten (Wetter-)Katastrophen
gefügig gemacht aufgrund ihres vermeintlichen unflätigen Lebenswandels o. ä. in
einer der Kirche gelegentlich auch der Obrigkeit gedrängt, die unter einem
freien Willen nie zustande gekommen wäre.
Die altrömische Kirche forcierte bei der frühen Christianisierung das Verbot
von gildlichen Zusammenschlüssen vermeintlich abweichende Glaubensansätze, wie
die durch die Intrige des Französischen Königs Philipp gegen den ehemals in
Südfrankreich gelegenen Orden der Tempelritter. Jene aus Palästina zurückgekehrten
Kreuzritter (Elitesoldaten der Kirche) als von einem Hochmeister geführten
Bruderschaft nach dem letzten Kreuzzug zusammenkamen, mussten bemerkt haben,
dass sie eher für Papstziele statt Glaubenszielen verheizt wurden.
In Deutschland ging aus dem Malteser Orden (römisch-katholisch) nach der Reformation
der Johanniter Orden (evangelisch-lutherisch) hervor; beide Organisationen
arbeiten heute partiell zusammen!
Nach der Hinrichtung des Hochmeisters der Tempelritter verstarben der
französische König in einem Duell und der Papst nur wenige Monate später. Weder
die französische Krone, noch der Vatikan waren in der Lage sich das Vermögens
der Templer zu ermächtigen. - Man unterstellte den Templern Häretiker zu sein
(= franz. Hérésie = Ketzerei)! Nach aufwendigen Recherchen erlöste das
Historische Archiv des Vatikans selbst, dass es sich einzig und allein, um eine
Intrige des damaligen Papstes und des Königs handelte.
Die Templer
unterlagen der Vermutung, dass Jesus Christus stark verstümmelt, die Torturen
des Kreuzes überlebt haben könnte (nicht zum Himmel aufstieg) und Maria
Magdalena (angeblich als Hure verunglimpft) geehelicht haben könnte, was den
Evangelien der heiligen römisch-katholischen Kirche den Todesstoß versetzt
hätte und die Grundsätze der aus dem griechischen falsch und verfälscht
übersetzten Bibel ins Lächerliche gezogen hätte. So weiß die jüngste
bibliografische Bibel-Forschung, dass es sich bei Josefs Maria,
übersetzungstechnisch vom griechischen ins lateinische, um eine junge Frau
handelte, und nicht um eine Jungfrau! - Das Mysterium der Jungfernschaft aber als
Wunder ausgeschlachtet werden konnte.
Der Ablasshandel und weitere Anmaßungen der altrömischen Kirche führten
letztendlich zu Martin Luthers Thesen 1517 an der Schlosskirche zu Wittenberg
und der darauf folgenden Reformation im 15. Jahrhundert, die seinerseits den
nun im Mittelalter befindlichen religiösen Gilden den Gar auszumachen schien.
Kalande und
pastorale Bruderschaften wurden mit der Auflösung der Klöstern abrupt
niedergelegt. Luthers Strafpredigten, hielten den kirchlichen Bruderschaften
ein heidnisches und säuisches Wesen vor, was jedoch politisch und kulturell
keinerlei Wirkung zeigte. Obwohl interne Kreisen bekannt war, dass in manch
Nonnenkloster viele Babyleichen verscharrt wurden. Und wenn man den
Pfaffenspiegel gelesen hat, belehrt wird, was Kirche nicht ist, eher
scheinheilig.
Die Auflösung der Klöster bereicherte die jeweiligen Landesfürsten, so dass die
Reformation nicht nur den Glauben betraf, sondern auch die
erwerbswirtschaftliche Vermögenserweiterung und Bereicherung der jeweils
herrschenden Klasse. Da die meisten Klöster gebrandschatzt waren, verblieben in
Schleswig-Holstein kaum Standorte klösterlicher Entfaltung übrig, in die
irgendwelche Brüder hätten zurückkehren können.
Das ehemalige Kloster Preetz, dass zwar seinen Namen als solches behielt, war
von nun an ein Stift unverheirateter adeliger Fräulein ohne Mitgiftansprüche
oder verwitweter adeliger Damen. Ins Bürgertum einheiraten durften diese Frauen
nicht, da sich sonst anderweitige Ansprüche Dritter auf Thronfolge und Besitz-
und Erbstand ausgewirkt hätten, sie hätten auch ihre fürstliche Apanage
verwirkt.
Das Kloster
Cismar wurde eine zunächst seiner ostholsteinischen Ländereien beraubt, um es
im Verlauf der Zeit erst zu einer Gutseinheit, dann zur landesarchivarischen
Verwaltungseinheit und zu einem Museum werden zu lassen. Beide Klöster verfügen
über reiche bibliografische Archivalien, die sich leider nur mit dem
Großen Latinum erschließen.
Im Jahre 1635 gab es die größte Pestepidemie. Man weiß heute, dass die
Verbreitung durch die städtischen Kloaken und mangelhafter Kanalisation mit
verursacht wurde. Rattenflöhe waren die Ursache.
Die während Gegenreformation mit dem 30jährigen Krieg (von 1618 bis 1648) und
dem Schwedenkrieg verursachten unzähligen Toten und des Leides, was der
Eigenorganisation kleiner Funktionseinheiten Vorschub leistete, sich auf die
Hilfe auf Gegenseitigkeit zu fixieren, weil die adelsherrschaftliche
Administration vielfach nicht mehr existierte, bildete ein besonderes
Gildewesen der Brand, Toten- und Sterbegilden sowie den Schutz- und
Schützengilden aus.
Die Auswirkungen des 30jährigen Krieges und der in Wellen
durchziehenden Pestepidemien entvölkerten weite Landstriche, die bis in
die frühe Neuzeit einheitsstaatliche Bestrebungen zu Nichte machten, das
sogenannte Landesteile deutscher Sprachgebiete daran gehindert waren zu einer Nation
zusammenzuwachsen und die frühzeitige exterritoriale Kolonialisierung nicht
möglich war, weil man von angemessenen Seehäfen abgeschnitten war, die durch
Dänen und Schweden besetzt waren.
Die Historiker beharren auf der Ansicht, dass der Zusammenbruch des weit
verbreiteten Gildewesens an der Kategorie „Macht“ gebundenen Wirksamkeit
abzulesen war. Dieses Ende sei zu messen an einer endenden Vorherrschaft des
Rates, dem gegenüber das ehemals mächtigeren und älteren Gebildes Gilde, welche
in die Wirkungslosigkeit eines, an solchem Machtverständnis orientiert, abglitt
als bürgerlich-geselliger Zusammenschluss.
Dies ist aber nur zu verstehen, wenn man erkennt, dass die Zunft einst aus
Gilde und Amt bestand. Das Amt war die Verknüpfung der Meister im Rat der
obersten städtischen Administration. Die Gilde stelle man sich hier nur als
geselligkeitsförderndes Konstrukt und gildliche Versicherung vor.
Es wird in
der Fachliteratur oft von „genossenschaftlicher Versicherung“ gesprochen, was
jedoch mit der Wortbedeutung der im Mittelalter bezeichneten „genozß“ im Heute mit einem völlig anderen
Sinn belegt ist, der sich auf die Vergesellschaftung, der Firma (= Bezeichnung
der Unternehmung: GmbH, KG, Genossenschaft u.a.) bezieht, zu frappanten
Missverständnissen führt. Da die Wortbedeutung früherem Ursprungs zu anderen
Erklärungen kommt, halte ich die Bezeichnung genossenschaftlich nicht als nicht
generell historisch durchlaufend geltend und unglücklich gewählt.
Die
„religiöse Gemeinschaftsidee“ hat durch Demokratisierung zur Ablösung der patrizischen
(adeligen) zur mittelständischen (bürgerlichen) Gilde geführt. Das Verhältnis
zwischen heidnischen und christlichen Elementen, Trinkgelage, Opferschmaus,
brüderlich und oder christlicher Hilfeleistung und Nächstenliebe haben die
Diskussionen im 19. Jahrhundert genährt; dennoch wird die Stütze der Religion
als essenziell wahrgenommen:
„Die Gilde verlor in dem neuen evangelisch-lutherischen Glauben gewonnenen
Landen die Stütze der vormaligen altrömisch-katolischen Religion. Die
mittelalterlichen, den ganzen Menschen umfassenden Lebensgemeinschaften
verschwanden.“ Trotzdem gibt es noch Gilden mit mildtätigen Aspekten, die sich
heute wohl an fünf Fingern zählen lassen.
Der Umfang und die Wichtigkeit muss erweitert werden, um die Möglichkeit, über
die Gilde Ansehen und Reputation zu gelangen, was zum Ende des Mittelalters zum
„äußeren Aufblühen“ der Gilden führt, womit das Gildeleben einen
oberflächlichen, auf Äußerlichkeiten bedachten Charakter bekam und ständischer
Zuordnung lebenswichtiger Bedeutung der Einordnung beigemessen wurde, an dem
die Gilde ihren unmittelbaren Anteil trug.
Ihre
Integrität (=
Rechtschaffenheit, Unbescholtenheit, Redlichkeit), ihre Exklusivität (=anspruchsvoll, abgesondert, nicht jedem zugänglich,
gesellschaftlich ausgrenzend) , all das messbar am Grad der Verfügbarkeit (Initiation, Riten,
Repräsentationsutensilien) manifestiert als Reputation (die soziale Stellung und Darstellung
der Gildebrüder) sieht diese
als äußerst notwendige gesellschaftliche Einrichtung an, die die
interkulturellen Beziehungen des Bürgertums im Widerschein des eigenen Lichts
reflektiert.
Mit dem Verfall der Zünfte, die einst, meist unter einem Hauptzweig eines
Gewerkes, meist der Zimmerleute oder Steinmetze (Kirchenbau - Bauhütte) die
meisterliche Handwerkerschaft in so genannten Ämtern vereinigten, verfügten
bereits über eine eigennützige Organisation, welche Preise festschrieb,
einen Begräbniskult verbarg und auf Grund ihres Kartellcharakters den Zorn der
Obrigkeit hervorrief. Von den Städten wurden Freimeisterbriefe ausgestellt, um
die zementierte Preispolitik der Zünfte zu unterlaufen, was die
Existenzfähigkeit der Zünfte stark beeinträchtigte und letztendlich zur
Auflösung dieser führte.
Die Zünfte
waren nicht mit heutigen Innungen zu vergleichen, da in ihnen mehrere Gewerke
eingebunden waren; so konnten z. B. Schlächter, Fleischhauer, Wurst- und
Schinkenmacher in einer Zunft verbunden sein.
Durch die Trennung von Amt (Tätigkeitsfeld) und Gilde (Geselligkeit und
Versorgung), blieb das Kultgefäß des Morgentrunks erhalten, welche sich die
Meister jeden Sonntagmorgen nach dem Kirchgang zu unterziehen hatten, nämlich
der Willkomm, ein Deckelpokal, welcher sowohl aus Silber als auch aus Zinn
gefertigt wurde.
Gildegelage
Das größte
Missverständnis der älteren Literatur unterstellt dem Brauchtum der Gilden
nachhaltig das Gelage, wobei dies nicht annähernd der Fall gewesen sein konnte.
In den Zünften und Gilden, wurde zwar Geselligkeit begangen, nicht aber wie
oftmals fehlgedeutet, überzeichnend übermäßig gezecht, sondern die
Grundlagen finanzmathematischer Verfahren kaufmännischer Kalkulationsgrundlagen
und fachspezifische Berechnungsmodelle zur Warenveredelung und Organisationsstrukturen
gelegt, die auch noch in der modernen Betriebswirtschaft gelten. So etwas
kann man nur mit klarem Verstand erdenken, wohl kaum im permanenten Vollrausch.
Das aus dem dänischjütisch stammende Wort Gelaug, wurde im Zusammenhang einer
Eindeutschung zu Gelag, Gelag und Gelaug bedeuten gleichermaßen Schiffer- oder
Kapitänsbruderschaft. Das Gelage - ein Wort mit einer völlig anderen Bedeutung
- wurde durch missliche Assoziation durcheinandergewürfelt und durchzieht auch
die neuere Literatur, die von den älteren ethnologischen Werken kopiert
und ohne hinterfragende Intellektualität fortgesponnen wurde. So
wird auch heute noch fortwährend unterstellt, Gilde sei als
elitärer Sauf-Club festzumachen.
Dazu kommt, dass Brunnenwasser in den frühsten Tagen der Menschwerdung bei
starker Besiedelung oft durch Kloaken verseucht wurde und man Bier und Wein
deshalb dem Brunnenwasser vorzog. Das damalig gebraute Bier verfügte nur über
einen Alkoholgehalt von maximal 2% Alkohol, was dazu führte, sehr viel trinken
zu müssen, um jemals einem Vollrausch zu erlösen, des weiteren eine dauerhaften
Sanitäranlage nah dem Tagungsort bedurft hätte, die in keinem der alten
Gilde- und Zunfthäuser bautechnisch auszumachen waren.
Der
vollzogene Meistertrunk diente der Absprache und Umsetzung diverser Vorhaben
auf allen Ebenen, weniger dem Besäufnis, wie von vielen Außenstehenden missgedeutet
wurde. Auch gab es während des Mittelalters sogenannte Dünnbiere, deren sehr
geringer Alkoholdichte (Stammwürze) höchstens 2 Prozent aufwies.
Nicht zuletzt dank eines Mangels an sauberen Trinkwasser.
Die Darstellung, dass Backhefe für diese Biere verwand wurde, stimmt nicht,
weil die Backhefe nur wenig Alkohol verträgt. Sie wird quasi schnell beschwipst
und stellt dann ihre Arbeit ein. Ähnliches bestätigte mir Herr Woitek,
Braumeister der Holstenbrauerei Hamburg. So kann man mit Weinhefe kein Bier,
mit Brauhefen keine Kornbrand-Maische ansetzen, wie es ebenfalls absolut
unmöglich erscheint, mit einer Brennhefe Backen zu können.
Beim Nachbrauen dieser Biere minderer Qualität könnte sich höchstens ein
Alkoholgehalt von heutigem gestrecktem Bier resultieren (eventuell
Alsterwasser/Radler). Auch die Schleswig-Holsteinischen Bauern brauten diese
Hausbiere, welche als Erfrischungsgetränk und flüssiges Brot bei der Feldarbeit
genutzt wurde, weil die Biere lange gelagert werden konnten und nicht bei
großer Hitze umkippten, wie eingemachte Fruchtsäfte, die sich fast in schöner
Regelmäßigkeit zu ungenießbaren schimmeligen Essig umformten.
In manchem alten bäuerlichen Kochbuch finden sich Hinweise auf die Fertigung
der Hausbiere und auf sonderbare Rezepte von Biersuppen. So kann es nicht
verwundern, dass die Gilden die Biernähe aufrechterhielten, nur mit ganz
wenigen Ausnahmen ist der adelige Wein, der auf der Gildetafel gelandet.
Genügend Südhänge gäbe es wohl in Schleswig-Holstein, wobei es an der
lieblichen Witterung im hohen Norden fehlt, woraus sich eine derart üppige
Menge des süßsäuerlichen Traubentranks keltern ließ.
Die großen
Bierkannen blieben erhalten und landeten in Museen, weil ihre
Verwendungsfähigkeit aufgrund der Mengengröße und der späterhin fast
industriell gefertigten Biere, die mit einer sogenannten Brauhefe hergestellt
wurden, ein weit höheren Alkoholgehalt aufwies, als die Hausbiere die aufgrund
der geringeren Hygiene mit quasi abgestürzter Brauhefe gegehrt und durch das
Erhitzen zusätzlich an Alkoholprozenten verloren. Die industrielle Fertigung
der Biere hat mit ihrem hohen Alkoholgehalt dafür gesorgt, dass das Potenzial
gefährlicher Trunksucht zur Verelendung in der frühen Industrialisierung
führte.
Napoléon
Bonaparte (*15.08.1769 – †05.05.1821) führte 1810 die
Gewerbefreiheit ein, was die Auflösung der meisten Zünfte zunächst in
Frankreich, später in den kriegerisch okkupierten deutschen Gebieten auslöste.
Die letzte "Zunft" die bis in die Jetztzeit reicht, ist die der
Schornsteinfeger. Auch wenn der moderne Schornsteinfeger längst wie alle
anderen Gewerke in Innungen organisiert ist, war der Zusammenschluss der einst
als Kaminkehrer bezeichnete Berufsgruppe legendär, welche nun auch bedingt
durch die Europäische Gemeinschaft und Brüsseler Marktnormungsbestrebungen
ausgelöscht zu drohen scheint. Nur in Italien schützte der Heilige Stuhl die
Goldschläger- und Brokatmacherzünfte bis in das Heute.
Aufgrund
beschäftigungspolitischer Relevanz hat man den Meisterzwang bestimmter Gewerke
ab 1990 gesetzlich aufgeweicht oder entfallen lassen, damit nun
schon der Geselle einen erwerbswirtschaftlichen Betrieb gründen und
etwaiges Personal einstellen kann, ohne jedoch ausbildungsberechtigt zu
sein. Gefährdungsbezogene Gewerke, wie die der Elektriker und Gasinstallateure
werden wohl nie ohne Meister auskommen, ich hoffe es für uns alle! Allerdings
konnte ich bei den meisterfreien Malern schon viele Schmierfinken und Abkocher
ausmachen.
Viele
Utensilien der Zünfte wanderten in den Besitz der Gilden. Doch die so genannten
Meisterkronen, die von den Obermeistern zu bestimmten rituellen Zusammenkünften
getragen wurden, blieben verschollen. Nur in der Schweiz gibt es sie noch
vereinzelt, siehe Züricher Safranzunft.
Auch wenn diese Bezeichnung von unter dem Begriff Gilde firmierenden
Unternehmungen benutzt wird, ist nicht immer drin, was auch draufsteht.
Die hannoversche Gildebrauerei hat wohl nicht mehr viel mit Gilde zu tun. Die
Versicherungsgilde ist oft ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG).
Und manche Schützengilde bietet kaum die gildliche Unterstützung ihrer
Beteiligten. Manche Lustgilde betreibt einen VVaG. Die Ausrichtung der als
eingetragener Verein bezeichneten Gilde kann hinsichtlich ihrer Zweckbestimmung
derart unklar sein, dass diese in ihrem Wirken und ihren Zielen separat
untersucht werden müssen, um zu begreifen, was Gilde für den Einzelnen, die
Gruppe oder Bevölkerung eines Wohngebiets oder in der Region tatsächlich
bedeutet.
Spielegilden findet man im Internet sehr viele, die mit der historischen Idee
der Alten Gilden recht wenig gemein haben, aber auf den mittelalterlichen
Kontext etwaig dort generierter ritterlichen Rollenspiele hindeutet. Die
Spaßgilde, die dem alten Vorbild nur noch im letzten Halbwort Übereinstimmung
heuchelt, ist so weit davon entfernt Gilde zu sein, wie ein hohles Rohr zu
einer vollmetallischen Stange.
Diese kleine
Zusammenfassung stellt den Ursprung weniger wissenschaftlich mit kleinen
Meilensteinen versehen dar, um meine Leserschaft mit geringfügigen fachübergreifenden
Literaturverweisen zu informieren.
Eenförall
vun Harten
Detlev
Link-Quellen:
Literatur:
1)
Gilden in Schleswig-Holstein, LASH,
Marion Bejschowtz-Iserhoht, Reimer Witt, Heyo Wulff,
Schleswig, 2000
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